THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE – s/t (CD)

Rerelease der 2006er auf Planet MU. Und, noch mal zur Erinnerung, The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble sind das sonnigere Alter Ego der The Mount Fuji Doomjazz Corporation. Wobei sonnig vielleicht doch etwas zu hoch gegriffen ist: trippige/trip hoppige Atmosphäre; wenn The Mount Fuji Doomjazz Corporation für zähfliessende (positiv gemeint) Improvisation steht, konzentriert sich The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble auf fassbarere Strukturen, rhythmisch bestimmt.

Und deutlich kürzere Stücke, wiederkehrende (und als solche erkennbare) Themen; dem Zusatz “Jazz“ im Namen durch Sound und Spielhaltung, wie z.B. bei #6, “Rivers of Congo“, durchaus auch mal stärker entsprechend: kontrabassähnlicher Lauf, offenes Schlagzeugspiel, organisch verzahnt und dazu eine soundlich fast retromässig im Hintergrund ablaufende Bläserimprovisation… Aber The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble besitzt auch deutlich experimentellere Seiten, wenn die #7, “Solomon’s Curse“, zunächst wie eine ruhige Fortsetzung des Vorgängertracks klingt und dann in eine düster verhallte Experimental-Improvisation fällt… #8, “Amygdhala“, dagegen wie ein Zwischenspiel eines Horrorfilm-Soundtracks mit nur zwei Tönen als die die Spannung hochhaltende Mikromelodie. Die im Kontext größte Überraschung: “Vegas“ mit einem dichten Teppich programmierter Beats und darüber stattfindender, extrem verhallter (und möglicherweise ebenso programmierter oder zumindest extrem bearbeiteter) Schichten mit Melodiefetzen, Ansätzen von Themen, etc… Fast schon aus der Platte herausfallend, durch den durchgehenden Sound und die spezielle Art des Halleinsatzes, der (neben Anderem) beide Inkarnationen der Band zu verbinden scheint aber auch hier wiederum im Zusammenhang verankert.

Hit: die #2, “Pearls For Swine“, mit ihrem zwischen Moll und Dur wechselnden Streicherloop und den Noise Einschüben über schiebender Rhythmik…

(N)

Format: CD
Vertrieb: DENOVALI/ RECORDS
 

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