Das deutsche Label Denovali ist nicht erst seit geraumer Zeit dafür bekannt, ein Glanzlicht nach dem anderen zu veröffentlichen. Neben musikalischer Geschmackssicherheit besticht das Label vor allem durch die aufwendig gestalteten Cover ihrer Tonträger. Als Beispiel dafür sei das Album “The Quiet Lamb“ von HER NAME IS CALLA angeführt, welches neben der regulären CD-Version auch als limitierte Spezialedion in einer Holzbox und auf Vinyl erscheint.
HER NAME IS CALLA ist eine britische Formation, die bereits mit ihrem Debüt “The Heritage“ ein Achtungszeichen setzen konnte und mit Lobeshymnen a la “one of the UK`s most forward thinking bands“ überschüttet wurde. Mit ihrer Melange aus Gitarren, Cello, Geige, Schlagzeug und teilweise mehrstimmigen Gesang wurden auch immer wieder Anknüpfungspunkte zu A SILVER MT. ZION gesehen. So stellte sich die Frage, ob die Band mit “The Quiet Lamb“ diesen Vorschusslorbeeren gewachsen ist, oder ob sie im Meer des Postrocks versinken wird. Schon beim Eröffnungstrack “Moss Giant“ wird klar, dass neben musikalischer Virtuosität eine Menge Pathos mit in die Waagschale geworfen wird. Getragene Klavierklänge, klagender Gesang und aufflimmernde feine Soundpartikel fungieren als Wegweiser für diese Veröffentlichung. Beim zweiten Stück “A Blood Promise“ wird das Ganze noch mit Streichern, Blasinstrumenten und Gitarren vorangetrieben. So kann den Hörer leicht das Gefühl beschleichen, einem Orchester gegenüber zu sitzen. HER NAME IS CALLA gelingt es auch im weiteren Verlauf des Albums etwas, was landläufig als “emotional“, “melancholisch“, “schön“ oder “traumhaft“ bezeichnet wird, eins zu eins in Musik zu verwandeln – mal lauter wie bei “Pour More Oil“ mal leiser wie bei “Condor And River“. Über 75 Minuten hinweg strahlt die Musik vor Schönheit. Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass Schönheit auch blenden kann und in einem anderen Licht betrachtet, alles ganz anders aussieht. Da wäre zum Beispiel das bereits erwähnte doch sehr starke Pathos an einigen Stellen, durch welches das Album immer wieder Gefahr läuft in bombastischen Kitsch abzudriften.
Trotzdem muss man sagen, dass dieses Jahr kaum ein anderes Album aus diesem musikalischen Genre einen solch positiven Eindruck hinterlassen hat. Bei wem beispielsweise das Aufdrehen der elektrischen Gitarren auf den letzten A SILVER MT. ZION-Veröffentlichungen Ohrendreher verursacht hat, kann mit dem Kauf von “The Quiet Lamb“ im Grunde nichts falsch machen. (D.L.)
Format: CD/LP |
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