Wenn man eine Kategorisierung finden müsste, dann lassen sich GIANT SQUID wohl am ehesten dem Postmetal-Genre zurechnen. Die kalifornische Band veröffentlichte 2006 ihr Debüt “Metridium Fields“, auf dem sich wahre Kracher wie “Neonate“ oder “Summit“ befinden.
Ein Jahr später folgte dann eine Split-7“ mit GRAYCEON, die den positiven Eindruck des Debüts bestätigen konnte. Mittlerweile sind nur noch Aaron Gregory und Bryan Beeson aus der Ursprungsbesetzung übrig geblieben. Jackie Perez Gratz (GRAYCEON, AMBER ASYLUM) und Chris Lyman kamen als feste Mitglieder hinzu. Zudem beschloss die Band ihr zweites Album zunächst auf 1000 Exemplare limitiert im Alleingang zu veröffentlichen. Die zehn Stücke auf “The Ichthyologist“ kreisen inhaltlich um eine gleichnamige, von Aaron Gregory geschriebene, Graphic Novel. Musikalisch beschreiten die Amerikaner diesmal neue Wege, ohne jedoch Altbewährtes vom Vorgängeralbum aus den Augen zu verlieren. Die beiden ersten Tracks “Panthalassa“ und “La Brea Tar Pits“ blasen dem Hörer gewaltig die Ohren frei, bevor bei “Sutterville“ gar jazzige Töne angeschlagen werden. Ein Höhepunkt des Albums ist “Throwing A Donner Party At Sea“, eine Neubearbeitung eines Stückes, welches bereits auf der vergriffenen EP “Monster In The Creek“ veröffentlicht worden ist. Diesmal erhält Aaron Gregory stimmliche Unterstützung von Karyn Crisis, die dem Track eine unglaubliche Dynamik verleiht. Anneke Van Giersbergen (ex-THE GATHERING) liefert bei “Sevengill“ ebenfalls einen gelungenen Gastbeitrag. Hervorzuheben sei an dieser Stelle auch “Mormon Island“, ein Stück mit beklemmender Atmosphäre, bei dem Kris Force (AMBER ASYLUM) mit ihrer Violine, den Gesang von Jackie Perez Gratz begleitet. Neben den Gastbeiträgen und dem Einsatz einer Vielzahl von Instrumenten (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Cello, Banjo, Trompete etc) führt auch der abwechselnde Gesang von Aaron Gregory und Jackie Perez Gratz dazu, dass der Spannungsbogen des Albums aufrecht erhalten bleibt. Zudem ist die Handschrift des Produzenten Matt Bayles, der bereits für Bands wie ISIS oder MASTODON hinter den Reglern gesessen hat, deutlich spürbar. Während andere Bands aus diesem Genre in letzter Zeit damit beschäftigt waren, ein gleich klingendes Album nach dem anderen zu veröffentlichen, haben GIANT SQUID deutlich mehr gewagt. Eine Zeichnung von Ernst Haeckel illustriert diese Veröffentlichung passend und trägt so ihren Teil zum gelungenen Ganzen bei. Im August ist einer Wiederveröffentlichung des Albums mit einem komplett neuen Artwork und einigen überarbeiteten Stücken bei Translation Loss Records erschienen. Vinylfreunde haben ab Herbst die Möglichkeit, bei Vega Vinyl eine limitierte LP-Version zu kaufen. (D.L.)
Format: CD |
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