XORDOX – Neospection (CD)

Wenn JG Thirwell (welcher hinter Xordox steht bzw. Xordox ist) auf Editions Mego ein Album veröffentlicht, wird die Erwartungshaltung, zumindest bei mir, recht hoch. Bereits die ersten Takte von „Diamonds“ deuten auf interessante Musik hin: Kühle, tadellos produzierte Elektrosounds, die gewiss nicht nur wegen des Album-Designs mit Space-Ambient assoziiert werden können. Von der Geschwindigkeit her eher im Up-Tempo zu verorten erinnert es mich teilweise an den Bladerunner-Soundtrack, wie auch manches von Kraftwerk und sogar an Frühwerke von Depeche Mode (ohne Gesang). Synthetische „Blubbersounds“ lassen immer wieder an Sci-Fi-Filme (Captain Future anyone?) und um Kommunikation bemühte Roboter denken . Auch wenn stellenweise ein leichter Retro-Sound anklingt, tönt es nie vorwiegend nach Spielerei, sondern bleibt bei aller Eignung zum Hintergrundsound spannend. Ein homogenes Album, welches meiner Meinung nach seinen Höhepunkt im längsten und komplexesten Titel findet: „Asteroid Dust“ (dauert fast eine Viertelstunde). Hier wird Rhythmus und Tempo am weitesten zurückgenommen und passagenweise spürt man geradezu die Leere und Weite des Alls. Doch niemals ist diese zu erdrückend, um die Melodien gänzlich zu schlucken, die uns „Xordox“ hier immer wieder um die Erdlingsohren haut. Der stylische Digipak tut dazu sein Übriges (weitgehend von JG Thirwell selbst gestaltet, wobei Original NASA Fotos Verwendung fanden) . Ein nicht nur für Astro- und Kosmonautenfans empfehlenswertes „full-frequency hyper-reality recording“!  (flake777)

Format: CD
 

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