SUN OF THE SLEEPLESS-To The Elements (CD)

Sun of the Sleepless- alias Ulf Theodor Schwadorf, Markus Stock (Empyrium,The Vision Bleak, Noekk) präsentiert nach wirklich langer langer Anlaufzeit endlich ein komplettes Album. Gab es bereits Appetizer EP´s wie die Split-EP mit Nachtmahr, die Debüt-EP „Poems to the wretched“ und die 7’ Tausend kalte Winter“ um die Jahrtausendwende, so schien es bei den fleißigen Tausendsassa Stock, das dieses kleine Herzens-Projekt bei all den vielen anderen Prioritäten und Studio/Produzenten Aufträgen nie per Albumlänge das Tageslicht erblicken würde. Schien seinerzeit der Ansatz musikalisch ein noch offenerer, spannenderer , so ist nun letztlich mit „to the Elements“ ein erstaunlich straightes, klassisches, geradliniges dunkles 90´s lastiges Black-Metal Opus entstanden, was aber in jeder Sekunde die Schwadorf´sche DNA all seiner musikalischen Ergüsse kulminieren lässt. Melodieführung, Epik, Dynamik,Dramatik und vor allem das kraftvolle in Sachen Produktion sind arg typische Charakteristika, die Fans der o.g. Projekte schnell begeistern werden, aber vor allem auch die, die in den guten frühen bis Mid-90s mit Black-Metal skandinavischer Prägung groß geworden sind.

Schwadorf schafft ein extrem kurzweiliges Album, was einfach nur herrlich nostalgisch stimmt, hymnische Blastbeasts wo man hinschaut, Gitarrenläufe-hochmelodisch, Dissection, Ulver…irgendwie ist alles drin, was seinerzeit die Spannung, das Entdecken dieser dunklen, mystischen, waldigen Metal-Sounds ausmachte. Jeder Song bis auf das neofolkige „Forest Crown“(wunderschöne melancholische 3 Minuten) geht kraftvoll nach vorne, es wird geblastet, aber in jeder Sekunde mit viel Augenmerk auf diese so schön peitschende Dynamik mit einem Meer aus Background-Chören, dunklen Keys, dicken Riffs. Hier findet sich das Gespür eines Musikers wieder, der selbst als Produzent von hochwertigen Dark-Metal Alben der Neuzeit weiß, wann, wo im richtigen Moment die Dynamik-Eruptionen den Hörer einfangen, begeistern und wie sich ein Gitarren-Riff kraftvoll in die Gehörgänge frässt. In Nackenbrechern wie dem stetig nach vorn preschenden „ the realm of the Bark“„Phoenix rise“oder „motions“ werden Atmosphäre und Blast-Beasts aufs feinste vermählt, Schwadorf veredelt mit tollen dunklen mystischen Chören und diesen typisch skandinavischen Gitarren-Leads und macht jeden Song zur Hymne an die Nacht. Früher Pathos like Empyrium goes nordische Raserei, Baustein-artig fließen bewusst oder ungewollt all diese Fragmente in diese Platte und bieten dem Hörer/Fan sympathische Wiedererkennungs/Deja Vu Momente-nur alles in tiefer Verbeugung vor dem guten alten 90s Black Metal. Im Opener/Intro „the burden“ klingen alte Empyrium durch diese typischen pathetischen klaren Vocals an, wohingegen im sehr variablen,anfänglich kraftvoll stampfenden „ where in my childhood lived a witch“ doch stark mit der melodischen Dark Metal Lastigkeit der erfolgreichen The Vision Bleak geliebäugelt wird, trotz dessen der Song gen Ende hin sehr Black Metal lastig tönt. Jede Sekunde des Albums ein einziger majestätischer Klangteppich, Black Metal verfeinert mit kurzen leisen Zwischentönen, jederzeit wie man es von M.Stock gewohnt ist, alles dick in Szene gesetzt, kraftvolle Gitarren, wuchtiges Drumming, Chöre, die Epikkeule wird masslos geschwungen. Macht Spass, weil jeder Song ein eigenes Gesicht hat, zu jeder Zeit hochmelodisch trotz vorrangig hohem Tempo, diese vielen feinen dunklen Melodien einem Hunger auf Dauer-Repeat verleihen. Den Songs wird im richtigen Moment Zeit zur Entfaltung gegeben, Monotonie wo es hinpasst. Für Freunde des hymnenhaften Black-Metal, wie man ihn in den guten alten Tagen entdecken und lieben lernte, welcher durch Melancholie, Kraft und Hingabe zur Natur strotzt, gibt es hier das perfekte Futter für die Ohren.

(R.Bärs)

Format: CD
Vertrieb: Soulfood
 

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