TEGH – Downfall (CD)

Um es gleich zu Anfang zu sagen (zumal das Label selbst diesen Vergleich zieht): Tegh erinnert in seiner Herangehensweise und besonders in seiner Soundästhetik stark an einen kanadischen Künstler, der diese Form leicht noisigen, hyperoszillierenden Multischichtambient über etliche Alben zur Perfektion gebracht hat, bevor er diesen Sound mit seinen letzten Veröffentlichungen zunehmend in Richtung akustischer Instrumente erweitert hat. Und: Auch Tegh ist ein Soloprojekt, kommt aber (weil es tatsächlich noch viele blinde Flecken auf der musikalischen Landkarte der Welt zu geben scheint: überraschenderweise) aus Teheran im Iran. Und, in der Suche der Unterschiede: (vielleicht) ist Tegh in seiner kompositorischen Herangehensweise ein wenig sinfonischer aufgelegt…

„Downfall“, als Album, versteht sich als fünteiliges Gesamtwerk voll granulierter Erhabenheit, stets auf der Grenze zwischen Opulenz und einer (durch den bewusst stark korrodierten Sound indizierten) wie paradoxen Lofi-Haltung, so als ob ein Mono-Kurzwellenradio mit Empfangsschwierigkeiten die einzige Möglichkeit zum Hören wäre; vielleicht ist die gerade dadurch entstehende Art von phantasieanregenden Abstand (mit der unausgesprochenen Frage im Zentrum: Wie würde es „richtig“ klingen / klingen können?) eine der möglichen Erklärungen für die Attraktivität einer Soundästethik, die sich (scheinbar!) in keiner Weise um die Notwendigkeiten einer „modernen“ Produktion zu kümmern scheint. Abseits des reinen Sounds betrachtet jedoch ist „Downfall“ ein strahlender Trip zwischen Statik und Aufbruch; irgendwie (dem Titel zum trotz) dauernd über den Wolken; Stratosphärenmusik im besten Sinne. (N)

Format: CD
Vertrieb: Midira Records