TROUM Interview

Geräuschmusik und Nichtsprachlichkeit sind zwei enge Verwandte, mehr noch  – meint mancher – sie bedingen sich gegenseitig. Dass dies in besonderem Maße auf TROUM zutrifft, wird die Kenner des Projektes kaum überraschen. Wann versagen die Worte? Wo hat das Deskriptive seine Grenzen? Schon dort, wo das schwer Sagbare, das kaum Beschreibbare, gesagt und beschrieben werden soll? Und dennoch gibt es über TROUM viel zu sagen. So faltet ihre Musik Wahrnehmungslücken. So scheint beim Hören ihres Outputs die Zeit gleich lang, aber um vieles breiter zu sein. Spürt man sich stärker, wenn man TROUM hört? Warum bildet ihr Soundfluss mehr ab, als es bei anderen Formationen der Fall ist? Unsererseits lässt sich festhalten, dass BarakaH und Glit(s)ch  eines mit den Surrealisten verbindet – sie sind Meister im Kaschieren ihrer Meisterschaft. Wer TROUM bereits live erlebt hat, wird dies womöglich nachempfinden können. Doch steht dabei nicht technische Meisterschaft im Mittelpunkt, vielmehr überzeugt das Projekt durch Spielfreude und im Kreieren magischer Momente. Diese Gedanken befanden sich in unserem Fragenfüllhorn. Genüsslich und in freudiger Erwartung der Resultate haben wir es ausgegossen. BarakaH hat die ersten zwei Punkte allein beantwortet. Auf die restlichen Fragen gaben beide gemeinsam Auskunft.

? In letzter Zeit habt ihr einige Live-Auftritte mit veränderten Line-Up absolviert. Welche Dynamik hat sich während des Live-Spiels für dich ergeben, BarakaH?

BarakaH: Es gab erst zwei Gigs mit verändertem Line-Up, und zwar hat Nina (ALL SIDES) für Glit(s)ch auf der Bühne gestanden, das hat sehr gut geklappt, war aber arbeitsaufwendiger für mich, da sich Glit(s)ch sonst um viele technische Aspekte beim Live-Spielen kümmert (Mix, Sound, etc.). In Zukunft werden wir wieder in alter Besetzung, aber auch zu dritt mit Nina auftreten.

? Ihr seid schon recht lange musikalisch tätig und BarakaH hat ja durch sein Label und den Mailorder einen ganz guten Überblick über das aktuelle musikalische Geschehen. Habt ihr den Eindruck, dass die Qualität experimenteller Musik in den letzten Jahren abgenommen hat?

BarakaH: Nein, kann man so nicht sagen. Es gibt sicher eine inflationäre Zunahme an Veröffentlichungen im experimentellen Sektor, und damit auch mehr schlechtere Veröffentlichungen. Das Selektieren ist schwieriger geworden, da man kaum noch durchblickt bei der Flut an Veröffentlichungen. Die einzelnen Sparten sind viel “breiter“ geworden, es macht kaum noch Sinn, einfach von “experimenteller“ Musik zu reden, es gibt so viele Unterabteilungen wie Drone, Ambient, Field Recordings, Industrial, Harsh Noise, Elektro-Akustik, Neue Musik, Impro, etc. etc. Ich bin immer wieder absolut positiv überrascht, wenn ich eine ausführliche “Newslist“ für den Drone-Mailorder erstelle, wie viele hervorragende neue Sachen und Projekte es gibt. Also, die Qualität hat nicht abgenommen, eher hat die Masse sowohl an schlechter als auch guter experimenteller Musik stark zugenommen!

? In einem Interview mit URE THRALL meinte dieser, dass viele Industrial- und Noiseprojekte der Gegenwart durch ihre affirmative und unreflektierte Herangehensweise dem Genre geschadet haben. Könnt ihr das bestätigen?

Hm, wir denken das Genre ist viel zu heterogen, um das verallgemeinern zu können. Sicherlich gibt es in der Industrialszene viele unreflektierte Produzenten und Hörer, ob sie dadurch auch eine affirmative Haltung einnehmen, sei dahingestellt. Auf der anderen Seite gibt es wahrscheinlich in der Noise-Szene weitaus mehr kritische Geister als in den meisten anderen Musiksparten. Was URE betrifft, den wir gut persönlich kennen, so muss man auch bedenken, dass die politisch-kulturelle Situation in den USA eine ganz andere ist als in Europa. Was dort oft als Industrial gilt und wirklich ziemlich stumpf tönt, würde hier wohl eher als retro-EBM bezeichnet werden.

? Norbert Bolz meinte unlängst, dass es keinen gesellschaftlichen roll-back geben kann. Gesellschaften würden sich immer dynamisch vorwärts entwickeln, obgleich in bestimmten Phasen tradierte Elemente stärker betont werden. In Bezug auf unsere letzte Frage: Stellt ihr auf subkultureller Ebene fest, dass sich immer stärker ein Wunsch nach Nischenfindung und Biedermeier manifestiert?

Wir verstehen jetzt mal “Biedermeier“ im Sinne von “Abschottung“, also wenn man sich in der eigenen “Blase“ bewegt. Wir sehen das nicht ganz so negativ: Subkultur bedeutet doch immer, sich jenseits des Mainstreams einen eigenen Freiraum, eine Nische zu schaffen, in der man sich vom Massengeschmack abgrenzen kann. Ein Rückzugsgebiet, sozusagen eine eigene geschützte Insel. Vielleicht gibt es tatsächlich einen stärkeren Sog in Richtung “Nischenbildung“, was aber bei dem zunehmenden medialen Overkill nicht verwundert. Was die “dynamische Vorwärtsbewegung“ von Gesellschaften betrifft, so haben wir da unsere Zweifel. Zumindest wenn man dies positiv definieren möchte. Sicherlich gibt es eine stetige Weiterentwicklung, aber in Richtung von zunehmender Entfremdung, Vereinzelung, Verwertung, also pathologischen Strukturen. Subkultur muss das immer wieder kritisieren und in Frage stellen.

? Seht ihr in diesem Zusammenhang gravierende Unterschiede zum Mainstreammarkt?

Was den Prozess der Nischenbildung betrifft, ist das schwer zu sagen, das dürfte ähnlich ablaufen. Die entscheidende Frage ist aber doch die “Verwertbarkeit“, und das ist natürlich im “Underground“ ganz anders als im Mainstream. Zudem die kritischen Subkulturen (siehe vorherige Frage) ja an sich schon den Mainstream in Frage stellen und in Opposition dazu stehen.

? Entgegen der Industrial- und Noiseszene scheint die Gitarrenambient- und Droneszene immer vitaler zu werden, man denke hierbei an die fantastischen Arbeiten von FEAR FALLS BURNING und Aidan Baker. Würdet ihr das bestätigen und wenn ja, wo seht ihr die Gründe dafür?

Auch das ist nicht wirklich eindeutig zu beurteilen. Sicherlich gibt es im Zuge des SUNN O)))-Hype’s viele neue Gitarren-Drone-Bands aus der Metal-Szene. Andererseits gab es schon “immer“ experimentelle Gitarren-Drone Projekte (also so ca. seit den späten 70ern), wie ja auf Drone Records auch über die Jahre dokumentiert wurde, man denke an DUAL (die leider nie die verdiente Aufmerksamkeit bekommen haben), oder die frühen ULTRA MILKMAIDS und natürlich MAEROR TRI. Man höre sich frühe SONIC YOUTH, GLENN BRANCA oder RHYS CHATHAM an, das sind zum Teil geniale atmosphärische Gitarrenstücke, die hier geschaffen wurden. Es gab auch immer Gruppen, die “ihr“ Genre überschritten haben und in experimentelle Gefilde abdrifteten, wie SLOWDIVE oder MY BLOODY VALENTINE. Ja, vielleicht gibt es momentan tatsächlich einen gewissen “Trend zur Handarbeit“, das heißt man fasst auch wieder “echte“ Instrumente an. Die Entwicklung von VIDNA OBMANA zu FEAR FALLS BURNING ist da in der Tat beispielhaft.

? Wie seid ihr bei dem Aidan Baker-Remix vorgegangen? Habt ihr auch eigenes Material integriert?

Da es ein Remix werden sollte, stand für uns von vornherein fest, dass wir nur Material von Aidan benutzen. Was den Remix selbst angeht, so reizte es uns einfach, dem fragilen Gesang von Aidan einen schweren, repetitiven Drone entgegenzusetzen. Unterstützt von einem quasi-Knister-Takt und einigen Pausen baut dieser zusammen mit der abschließenden Solo-Gitarre vage, song-ähnliche Strukturen auf.

? In der letzten Zeit habt ihr bezüglich eurer Veröffentlichungen die ganze Bandbreite der zur Verfügung stehenden Medien genutzt. Wie finden sich bei TROUM Musik und Tonträger?

Es kommt natürlich darauf an, welche Angebote überhaupt vorliegen. Die Materialzusammenstellung wird speziell auf das entsprechende Medium abgestimmt, zum Beispiel muss man die schlechtere Tonqualität bei Picture-Discs beachten, Länge der Stücke, Spannungsbogen der gesamten Veröffentlichung, etc.

? Seht ihr die Möglichkeiten, die CD-Rs bieten eher positiv (Musiker können wieder wie früher zu Hochzeiten der Tapeszene relativ günstig ihre Werke auf Tonträger bannen) oder negativ (es findet kaum noch eine Qualitätskontrolle statt)?

Sowohl als auch, das ist in der Tat recht ähnlich wie damals bei der Tape-Szene. Was es früher nicht gab: in die meisten neuen Projekte oder Veröffentlichungen lässt sich via Internet hereinhören.

? Bei der gerade veröffentlichten Arbeit “To A Child Dancing In The Wind“ mit Martyn Bates spielen (natürlicherweise) Vocals keine geringe Rolle. Ihr habt einmal in einem Interview im Equinoxe Magazin gesagt, dass Texte weiterhin als Beilage auftauchen werden, “als Anregung und Verdeutlichung“. Würdet ihr sagen, dass euer neues Album eine starke Veränderung zu euren bisherigen Veröffentlichungen ist?

Ja natürlich, da es nicht “unser“ Album ist, sondern eine einmalige Kollaboration, was bedeutet, das dies keine bleibende Veränderung in unserem Stil ist. “Richtiger Gesang“, das bedeutet eine Riesen-Veränderung und Erweiterung! Zudem “To a Child Dancing In The Wind“ auch soundtechnisch eine große Verbesserung darstellt, es ist in der Tat das erste Album, dass mit Computer-Software aufgenommen und bearbeitet wurde (digitale Soundquellen gibt es aber nach wie vor nicht). Unsere alte 8-Spur-Tonbandmaschine hat letztes Jahr endgültig den Geist aufgegeben.

? Wir wissen, dass sich mit dieser Zusammenarbeit ein “Traum“ erfüllt hat. Wie hat sich diese Zusammenarbeit gestaltet. Könnten ihr unseren Lesern einige eurer Eindrücke schildern?

Das ganze war eine reine mail-collaboration, es gab keinen gemeinsamen Studiobesuch oder so was (hätten wir uns auch gar nicht leisten können). Am Anfang stand das Stück “Mirrored In You“ auf der “Tjukurrpa:Harmonies“-CD, wo wir einen Loop aus einem frühen Stück (welches “Mirrored In Me“ heißt und definitiv unter unseren 10 Stücken für die Ewigkeit rangiert) von Martyn Bates benutzt haben. So kam der Kontakt überhaupt zustande. Wir haben Martyn dann relativ simple Loops und Basistracks geschickt, über die er dann gesungen hat. Zunächst waren wir sehr unsicher, ob er mit unserem Zeug überhaupt was anfangen kann. Aber was dann dabei herauskam, hat uns einfach umgeblasen! Er hat verdeckteste harmonische Strukturen aufgegriffen und durch seinen Gesang unglaublich verschönert. Wir haben dann danach noch sehr lange weiter an den Stücken herumgefeilt und vieles ergänzt. Wohl in kein Album von uns ist so viel Arbeitszeit geflossen. Martyn war extrem kooperativ und offen während der gesamten Zeit des Projektes.

? War es Martyns Idee Texte von William Butler Yeats zu vertonen oder seid ihr gemeinsam auf diesen Dichter gekommen?

Das war alleine Martyns Idee.

? In einem der berühmtesten Gedichte von Yeats (dem fast schon apokalyptischen “The Second Coming“) findet sich die häufig zitierte Zeile “The best lack all conviction/ while the worst are full of passionate intensity“. Ist das eine Aussage, die ihr nachvollziehen könnt?

Ehrlich gesagt nicht wirklich, obwohl wir uns vorstellen können was er damit meint. Aber alleine schon die Polarisierung von “Guten“ und “Bösen“ finden wir fragwürdig.

? Ihr seht den Traum als Mittel zur Selbsterkenntnis. Haben sich eure Strategien in den letzten Jahren verändert?

Wir haben keine bewussten “Strategien“, was Traumdeutung betrifft, das wäre der ganzen Sache auch eher abträglich, das kann man nicht bewusst steuern. Auch was die “Selbsterkenntnis“ betrifft, so fühlen wir uns von euch etwas missverstanden. Es geht für uns weniger um Selbsterkenntnis durch Träume, oder überhaupt um den Traum an sich, als darum, dass unsere  Musik strukturell traumähnlich aufgebaut ist. Der Traum ist “Tiefenmusik“, er wühlt uns emotional auf ohne dass wir recht wissen, was mit uns geschieht. Das ist bei Musik ähnlich. Es geht in Bereiche, die sehr tief und verborgen sind. Jeder Versuch, Musik “rational“ zu analysieren, scheitert letztlich. Das “Emotionale“, das uns auch im Traum so durcheinander wirft, das Durchschreiten von “fremden Welten“, das Ungreifbare und Unbeschreibliche – das alles ist sowohl im Traum als auch in Musik gegeben.

? Der Traum bzw. das Unterbewusste haben euch in der Vergangenheit thematisch immer eine Rolle für euch gespielt. Würdet ihr zustimmen, dass die gegenwärtig weltweit raffende und nimmersatte kapitalistische Krake stark daran arbeitet, die Träume der Menschen zu durchdringen, um sie in materielle konkrete Wünsche zu transformieren?

Diese Frage klingt zwar sehr kämpferisch, aber beinhaltet “linke“ Klischees, mit denen wir unsere Probleme haben. Wir alle sind Kapitalismus! Das ist keine “fremde“ Macht von außen, die uns steuert, sondern es steckt in uns allen! Auch würden wir “Traum“ und “Unterbewusstes“ nicht gleichsetzen, und überhaupt eher vom “Unbewussten“ sprechen, und nicht vom Vorbewusstem (=Unterbewusstem), das ist ein gewaltiger Unterschied. Es geht darum: Was ist prinzipiell bewussteinsfähig (also verdrängt oder verborgen) und was ist absolut unerreichbar, per definitionem nicht bewusstseinsfähig (das Unbewusste). Das ist das große Faszinosum: Etwas nicht Erkennbares in uns, was trotzdem zum Teil sehr deutliche Auswirkungen im Verhalten und im Denken zeigt, und was als starke Emotion in Reaktion auf bestimmte Geschehnisse oder ästhetisch-künstlerische Produkte auftaucht und nicht in Bann gehalten werden kann. Es wirkt eine Kraft in uns, die das “Rationale“ unterwandert, immer wieder, die weitaus stärker ist als wir es wahrhaben wollen. Der Großteil des alltäglichen Geschehens läuft nicht wirklich bewusst ab. Konkreter Eure Frage betreffend: Wir glauben schon, dass die “Träume-Installations-Maschine“ stärker geworden ist, der Ersatztraum, der scheinbar durch Konsum befriedigt werden kann. Wir glauben aber auch daran, dass es ursprünglichere Träume (Sehnsüchte, Wünsche, Utopien) des Menschen gibt, die davon unberührt bleiben. Vielleicht ist da etwas in uns, was nicht zerstört werden kann. Wir hoffen es.

? Habt ihr eine Erklärung dafür, wieso sich die Mehrheit der Menschheit gegenwärtig von den Scheindebatten der Neokonservativen und den Optimierungs- und Effizienzwahn der Neoliberalen einseifen lassen?

Das ist eine Frage, die wir nicht hinreichend beantworten können. Fakt ist: Es gibt sehr viele Erklärungsansätze, und letztlich helfen wir alle mit, das kapitalistische Verwertungssystem zu unterstützen, solange wir nur “im System“ leben. Das muss man sich mal klarmachen: wir alle die wir hier leben sind doch “voll drin“, wir denken und handeln letztlich gesellschaftskonform, auch wenn Kritik formuliert wird. Man muss sich einfach anschauen, wie das historisch gewachsen ist, die Idee der Freiheit heißt nicht “frei sein“, sondern allerhöchstens “freie Verfügbarkeit der Arbeitskraft und Konsum“. Wir wissen alle nicht was es heißt wirklich frei zu sein. Das ist eine rein idealistische Idee, aber war nie Praxis seit es so was wie “Gesellschaften“ gibt.

? Vom Konzept her findet sich bei euch auch immer ein gewisses aufklärerisches Moment, habt ihr euch in den letzten Jahren je völlig missverstanden gefühlt?

Ja sicher, das kommt oft vor. Wir sehen uns ja auch nicht als “politische Rockband“ oder so, genauso wenig als Esoteriker. Es geht darum, auf realistischer Ebene die starken Kräfte und Veränderungsmöglichkeiten von Klang zu vermitteln. Das kann nicht gekoppelt werden mit ganz konkreten politischen Aussagen, wir agieren eher eine Stufe “tiefer“, weniger konkret aber auch viel grundsätzlicher, wollen Geist und Emotion beflügen, ….

? Wenige Künstler werden gerne kategorisiert: Hat es in den letzten Jahren Kategorisierungen gegeben, die ihr für angemessener hieltet als andere?

Dazu können wir wenig sagen, wir merken uns nicht jede Kategorisierung. Am wichtigsten ist die musikalische Erfahrung an sich, die Theorie (und Schubladisierung) kommt auch bei uns erst viel später!

? Würdet ihr zustimmen, wenn man sagen würde, dass TROUM 2006 gar keine Drone-Musik mehr machen, sondern dass dies nur ein Anzug im Kleiderschrank ist?

Puh, dazu müssten wir erst einmal zustimmen, dass wir jemals reine “Drone-Musik“ gemacht haben. Das sehen wir ganz und gar nicht so. TROUM war schon immer von vielen verschieden Stilen beeinflusst. Vielleicht fallen deshalb die Kategorisierungen auch so verschieden aus. Die “TJUKURRPA – Trilogie“ belegt wohl recht eindeutig, dass man uns nicht auf einen Stil festlegen kann. “Drone“ war immer nur ein Einfluss, und wir haben auch nicht vor, ihn ab jetzt wegzulassen. Wir arbeiten gerade oft an Coverversionen, zum Beispiel von friesischen Volksliedern, Schlagern und alten Wave-Klassikern. Was ist das für ein Anzug? Wir wissen es auch nicht. Wir arbeiten da nicht nach Plan, sondern nur nach Gefühl, das ist das Entscheidende.

? Wir haben bei T.S. Elliott ein Zitat gefunden, von dem wir gern wissen würden, ob es in Bezug auf TROUM eine Rolle spielen könnte: “Wir werden nicht nachlassen in unserem Forschen – und das Ende unseres Kundschaftens wird sein dort zu stehen, wo wir begonnen hatten und zum ersten Mal diesen Ort zu sehen.“

Hm, wir würden es eher als stetige “Suche nach neuen Horizonten“ bezeichnen, was uns antreibt. “Orte“ können ähnlich sein, aber sie sind nie dieselben, wir glauben da eher an den Aspekt von Entwicklung und Transformation. Es ist für uns eher wie eine Spirale, die langsam nach oben führt (was immer das “Oben“ auch sein mag), dabei also in der Spiralbewegung den bereits passierten Ort sehr nahe trifft, aber trotzdem ist man “eine Etage höher“ oder weitergekommen. So sieht man immer wieder “neue Orte“, die den alten ähneln, aber es sind nie die gleichen!

? Was erwartet ihr noch von diesem Jahr und was können wir noch von euch erwarten?

Es sind diverse Konzerte im Herbst 2006 geplant, u.a. treten wir beim “Brainwashed-Festival“ in Boston auf, worauf wir uns sehr freuen. Eine neue CD mit Namen “Shutun“ soll im Oktober auf Old Europa Cafe erscheinen und die Live-Konzerte begleiten. Daneben sind einige Wiederveröffentlichungen (z.B. von “Ryna“ und “Mort Aux Vaches: Sen“ den ersten beiden CDs) geplant und einige kleinere Releases, zum Beispiel eine 7“ mit T-Shirt auf dem neuen Berliner Viva Hate – Label. Wir arbeiten zudem an Kollaborationen mit URE THRALL und CISFINITUM.

(D.L., S.L., M.G.)

Mailorder: Going Underground
 

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