580 MILES – Droit (EP)

droit 580 milesWillkommen beim Erstlingswerk von 580 MILES und ich kann es schon vorwegnehmen : Ich finde dieses Debüt einfach nur wunderbar, es hat meine Erwartungshaltung weit übertroffen und mich sehr beeindruckt. Wovon ich hier eigentlich spreche : Von der EP „DROIT“ des musikalischen Duos und Projekts – 580 MILES – bestehend aus MIRIAM CHRISTINA – Vocals, Lyrics und Arrangements, sowie PETER CHUDIK – dem Sounddesigner, der sich für Music, Composition, Instrumente, Soundmix verantwortlich zeigt, das kunstvolle, richtungsweisende Layout des Covers wurde von SINA LÜBCKE entworfen. Die charmante Veröffentlichung mit vier – teils in Englisch / Französisch vorgetragenen – Themensongs zum Download und zwei Bonustracks oben drauf für CD Käufer, stimmen einen effektvoll auf runde 32 Minuten Unterhaltung und emotionalen Tiefgang aus der musikalischen Grenzzone zwischen atmosphärischen Trio Hop und rockenden Poptracks ein, um mal im Schubladendenken zu schreiben. Für mein subjektives Empfinden klingen hier sogar Anleihen an Gruppen wie BJÖRK, GUS GUS, HOOVERPHONIC, MASSIVE ATTAK, FEVER RAY, LA FLOA MALDITA, TRICKY, PJ HARVEY, LAMB, GOLDFRAPP, PORTISHEAD, TORI AMOS u.a. heraus, die gesamte Veröffentlichung ist zudem eher im Midtempobereich gehalten. Sehr spannend finde ich die Herangehensweise und Produktion dieser grandiosen EP – die mir die Chanteuse MIRIAM CHRISTINA wie folgt erklärte : Wir waren beide mit unseren Soloarbeiten auf einer „Midnightradio Compilation“ vertreten und PETER schrieb mich via Soundcloud an. Unsere Zusammenarbeit lief rein nur durch den Kontakt über die sozialen Netzwerke. Peter sendete mir seine Musikidee und ich schrieb die Texte dazu und entwickelte Gesangsmelodien, es ging dann hin und her. Die Tracks reiften und Peter gab ihnen den Feinschliff. Mit den vier elektronischen Songs erzählen wir die Story einer starken Frau, die aufrecht ihren Weg durch das Leben geht und sich von nichts und niemanden brechen lässt. Das soweit von MIRIAM zur Entstehung des Projekts, 580 Miles ist also ein Gemeinschafts Studioprojekt von Peter und Miriam und der Leser ahnt es schon, das der Bandname auch Programm ist, er beschreibt natürlich die Entfernung der beiden Protagonisten voneinander. Die musikalischen Einflüsse von Soundtüftler PETER übrigens sind z.B. YAZOO, HUMAN LEAGUE, NEW ORDER, PRIMAL SCREAM, CHARLATANS, SUEDE, HOUSE OF LOVE, COCTEAU TWINS, THIS MORTAIL COIL, KATE BUSH, PETER GABRIEL, MIKE OLDFIELD, JM JARRE, JESUS AND MARY CHAIN, SIOUXSIE AND THE BANSHEES und ein paar Klänge all dieser Künstler findet man durchaus auch beim erhabenen Soundgerüst von 580 Miles wieder.

Nun zur Musik der beiden – der Einstiegsong „The Trail“ startet mit trackprägenden, ultralässigen und groovigen Underground Beats, die den Raum durchqueren, dazu gesellen sich die cool, straighten Vocals von MIRIAM, das macht schon mal Spaß und hat Wiedererkennungswert. Bei der fragil, zerbrechlichen und stimulierenden Klavierballade „Last Hope“ überzeugt die elegische und zugleich kraftvolle Stimme von MIRIAM aufs Neue, die Vocals sind sehr intensiv und andächtig, zweifellos ein Song zum Träumen und Nachdenken oder einfach zum Zuhören, hier kommt richtiges Gänsehautfeeling auf. Der Track „“A Try“ ist mein rein persönlicher Lieblingstrack geworden, ich mußte hier sofort an den Französischen Superstar – der auch betitelt wird mit „Die MADONNA FRANKREICHS“ – nämlich an MYLENE FARMER denken, ein geradezu getragen traditionell, hymnischer Poptrack, die coole, ausrucksstarke Stimme von MIRIAM schwebt lassiv über allem und ist perfekt auf den atmosphärischen Song abgestimmt, hier passt einfach alles. Bei Titel vier „False Expectation“ werden Jingle – Sprachfetzen von MIRIAM in etwas schräg, düstere und skurille anmutende Klänge gepackt und es werden extrem verschiedene Musikstyles in dem Track verarbeitet, ein Stück das sich mir erst später erschließen sollte, aber denoch seine Reize hat, eben ein experimentielles Lied mit Ecken und Kanten. Tatsächlich werden in jedem Song sehr feinfühlig die Gedanken und das Seelenleben der Protagonistin in dieser kleinen musikalischen Reise sehr authentisch dargestellt, die zwei Musiker haben ihr ganzes Herzblut in die Produktion gesteckt. Der Bonus Song fünf „No Looking Back J`y Vais“ beinhaltet schräge Breakbeats, die mit der markant wohligen Stimme MIRIAMS umgarnt werden, im Bonus Titel sechs „Dancing on your Grave“ sind dann poppige Rhythmusbeats angesagt, der Track geht stark in Richtung Synthpop, MIRIAMS Vocals spielen äußerst geschickt mit den knackigen Synthsounds, ein wahrlich gelungener Abschluss dieser EP.

Für mich wie gesagt ein mehr als gelungenes Debüt und eine gute Produktion, es gibt viel zu entdecken, ich habe die Platte im Auto mehrmals gehört und man entdeckt immer wieder neue überraschende Facetten in den Songs, so das man auf eine Fulltime Veröffentlichung von 580 MILES sehr gespannt sein darf.

(S.Ericksen)

Format: EP
Vertrieb: EIGENVERTRIEB
 

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