MALAPÄRT – Mr. Me Yagi Is Dead (CD/LP/DIGITAL)

COVERNORESIZE;1475759916052056;Malaprt1475759916052056In der letzten Zeit mehren sich die sehr guten Veröffentlichungen aus Griechenland. Ein weiterer Geheimtipp reiht sich in die illustre Reihe einer neuen elektronisch-avantgardistischer Musikergeneration. Das Schöne: Man hört den neuen Soundtüftlern Griechenlands ihre Herkunft auch an. MALAPÄRT, namentlich Miltiadis Karanastassis, von der Sonneninsel Rhodos stammend, veröffentlicht nun sein Debütalbum via Bad Kingdom Records. Experimentelle, eingängige Cinematic-Music mit Referenzen im Postrock und New Artrock.

Kennt ihr dieses eindringliche Gefühl an einem heißen Sommertag zwischen alte Ruinen- und Tempenlandschaft einer mediterranen Insel zu spazieren. Die Sonne brennt. Die Landschaft ist karg und pittoresk, die Stimmung irgendwie festlich geschmückt. Die grenzenlose Weite schreit nach Freiheit. Dann rastet ihr auf uralten Steinen, blickt aufs Meer und wünscht euch für diesen Moment den perfekten Soundtrack im Ohr. Musik, die irgendwie anders klingt, und nur diese besondere Stimmung und Szenerie einzufangen vermag. Diesen besonderen Momenten widmet sich der Grieche auf „Mr Me. Yagi Is Dead“ und kreiert eine spannungsgeladene, abwechslungsreiche Atmosphäre aus melodischen Gitarrenriffs und intensiven Emotionen. Am Besten nachzuhören in den gitarrenlastigen Tracks „Natsu“ und „Aki“, in denen sich markante Gitarrenthemata sich bis zum Ausbruch steigern. Dann wiederum melancholische Piano- und Xylophonklänge, die im richtgen Setting irgendwie entrückt wirken. Man erinnert sich an die italienischen Neoklassik-Komponisten eines FEDERICO ALBANESE, aber auch an die modernen Loop- und Elektronikexperimente von NICK CAVE & THE BAD SEEDS. Im Stück „Industrial Revolution“ wandelt er gar auf Dubstep-Pfaden, vordergründig aber immer die Gitarre im Blick. Hafenromantik kommt im Abschlusstrack „Stigmes“ auf. Die Sonne brennt noch immer vom Himmel. Nachmittagsstimmung. Der Griechische Mokka in der einen Hand, der Anisschnaps in der anderen und ein Toast auf das Leben. Die Akustikgitarre entlässt in die Momente innerer Einkehr an einem ganz besonderen Ort.

Karanastassis hat alle Instrumente auf seinem Debüt selbst eingespielt und zeigt sich auch für die Produktion verantwortlich, die in einigen Tracks auch nach rohen Wohnzimmer-Sessions klingt, das ist das Intime an MALAPÄRT. Auch das charakteristische Atmen nach einem Stück und das Greifen der Saiten hat hier seinen bewusst platzierten Charme. Musik, die ganz allein nur für den Moment geschrieben wurde. Der 31-jähhrige Musiker liebt es zu reisen, die Welt zu entdecken und neue Eindrücke aus fernen Ländern mitzubringen und diese in seiner Musik zu integrieren. Das hört man seinen instrumentalen Stücken, die alle eine eigene Note tragen, tatsächlich an.

Bisher sind die Veröffentlichungen von MALAPÄRT nur als „Digital Release“ erhältlich. Auf seiner Bandcamp-Seite kann man sich durch das kreative Potenzial des griechischen Musikpoeten anhören. Ich empfehle dieses Album beim nächsten Griechenlandurlaub dabei zu haben. Die melancholische Musik entfaltet ihre volle Wirkung, gerade im bezaubernden Charme hellenischer Inselidylle.

(D. Charistes)

Format: CD/LP/DIGITAL
Vertrieb: Bad Kingdom Records
 

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