HOAX HOAX – Shot Revolver (CD/LP)

HoaxHoax-Shot-RevolverRock / Jazz / Impro. …und was auch immer Hoax Hoax aus Frankreich mit „Shot Revolver“ (CD + handmade-Cover Vinyl!) noch an Möglichkeiten der Trio-Rock-Besetzung in den Grenzregionen ausloten. Und gleich der Auftakt „Huacos“ verwischt eine weitere der Grenzen mit dem (vermuteten) intensiven Einsatz von Loopern durch den Gitarristen Virgile Abela, der die (irgendwie auch) postrockige Gitarrenarchitektur des (wegen des ansonsten jazz-like-Approaches vermutet Live-im-Studio aufgenommenen) Stücks überhaupt erst zulässt. „Ablution“ überrennt dann im Anschluss mit seinem völlig überdrehten Bassriff über ungrader Rhythmik bis das Stück in einen Orgelsee fällt, eine Erholung Kraft zu schöpfen für Spieler wie Hörer für das Aufbäumen gegen Ende…„Cerro Torre“ greift die Stimmung auf; aufgrund des nicht ganz so halsbrecherischen Tempos und der Noise-Gitarre über tragender Rhythmik so etwas wie Jazz-Math-Rock ausstrahlend… Bis auch dieses Stück den Weg in ruhigere Gründe findet. „Moloch“, fast noch rockiger, noisiger; „Amaterasu“ dagegen ganz auf die lange Laufzeit angelegt, passagenweise Ambient, verdichtend in abstrakten Noise-Funk-Jazz und Abbruch. Und schließlich „Aral“, ebenfalls auf Länge angelegt aber die Art von Noise-Feedback zerdehnter Länge; mit Melodieläufen, die wie ganz bewusst jede Art von Wohlklang zu vermeiden scheinen, bis auch dieses Stück über mehrere Etappen immer mehr an Dichte gewinnt.

Hoax Hoax setzen sich mit „Shot Revolver“ schon so zwischen alle Stühle, auch mit einem Sound, der eine ungewöhnlich / eigentümliche Mittefokussierung entwickelt… seltsam Lo-Fi ohne Lo-Fi (in der Genredefinition) zu sein; eine weitere Facette der Vielfalt, die sie für sich reklamieren können, definitiv eine Band, die Lust macht auf den Live-Konzert-Gegencheck. Mit den Überraschungen, die (vermutet) dann auch dort lauern werden. …die „Orgel und MS10 Arrangements by Hoax Hoax“, so der Hinweis auf dem Cover, aber wer hat die Instrumente gespielt?

(N)

Format: CD/LP
Vertrieb: Atypeek Music
 

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