JUKWAA – Harbinger Of Imminent Ruin (CD)

jukwaa_HarbingerofimminentruinEigentlich ein Trio, Schlagzeug, Bass und Piano, hier, auf „Harbinger Of Imminent Ruin“ mit Saxofon und Gitarre zum Quintett erweitert hin zu einem 8-Track Ausbruch voller Explosivität und instrumentaler Attacke, immer auf der Grenze von Koalition und Konfrontation, Zusammenspiel und (gewollten, natürlich,) Bruch. „Harbinger Of Imminent Ruin“ gibt den Hörern nur wenig Ruhepunkte: ist der Anfang von „Incense“ noch etwas ruhig (im Vergleich zum weiteren sogar tatsächlich) verhalten, so bereitet das unstete, fast schon virtuos arhythmisch erscheinende Schlagzeugspiel zunehmend den Boden für die Vorstellung der weiteren Zutaten; eine Vorstellung, bei der sich Leader Thijs Troch mit dem Piano (+Moog) überraschend zurückhält und erst ganz zuletzt den Hörraum betritt. Um mit dem vollen und runden, im Vergleich zu den anderen Instrumenten im Aufnahmesound irgendwie konkreter, direkter und oragnisch / natürlicher wirkenden Klang dann doch gleich die Führung und das musikalische Zentrum einzunehmen. Erst recht, wenn Thijs Troch mit seinem clusterartigen Spiel das Stück in die Verdichtung (und gleichzeitig seinen Höhepunkt) schiebt. Diese Art der Free-Komposition / Improvisation ist das Leitbild von „Harbinger Of Imminent Ruin“; eine Symbiose von organischer Arhythmik und Mikromelodie-Verdichtungen, dazwischen aber dann überaschenderweise, wie in der #3, „Anté Pénultième“, dann doch auch weite Passagen der Reduktion auf einzelne Instrumentpaarungen, auf fast klassische Solopassagen. Die dann aber wiederum soundlich sehr eigenständig umgesetzt werden: siehe das schon von sich aus genial kaputt klingenden Kontrabasssolo, zusätzlich noch von elektronischen Satelliten umgeben… Eruptive Ästhetik auf fünf instrumentalen Ebenen und einem sehr eigenen rhythmischen Konzept. Auf der Grenze zwischen Groove und Zerfall, Zusammenhalt und Konfrontation: Jazz-War, fightin‘, fightin’…

(N)

 

Format: CD
Vertrieb: elnegocitorecords
 

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