CHANT – Brave New Apocalypse (CD)

CHANT – Brave New ApocalypseOh je, US-Industrial Rock – da sind CHANT bei mir prinzipiell an der falschen Adresse. Hat man das 18. Lebensjahr überwunden, ist die dutzendfach kredenzte Kopie von MARYLIN MANSON, FILTER und NINE INCH NAILS-Konsorten oftmals gleich für die Tonne. Geben wir CHANT aber eine (objektive) Chance, muss man zugeben, dass Alleinherrscher Bradley B. Bills mit seinem „Tribal Infused Industrial Rock“ auf Album Numero Drei alles richtig macht, was eingefleischte Genre-Fans zufriedenstellt: Aggressive Grundstimmung, bombastische Gitarrenwände, pulsierende Bässe (für die sich Beat Creator Sascha Konietzko von KMFDM verantwortlich zeichnet) und die obligatorische Note klassischer Industrial-Musik. Gleich im Eröffnungstrack „Brave“ kündigt sich metallisches Donnern an, entuppt sich aber durch die erwartbare elektronische Komponente gleich als treibender Industrial-Bastard für die Tanzfläche – klar, dass man auch EBM-Fans und VNV NATION-Hörer abgreifen möchte. Bis zur elektronischen Halbballade „Song I Never Wanted“ wird die Grundrezeptur schließlich beibehalten. Es dröhnt und lärmt, Melodien bleiben angedeutet und dutzend übereinander geschichtete Gitarrenwände bilden die Substanz zum erfüllenden Lärmbad. Auf Albumlänge wirkt diese Anthologie aus zehn Tracks allerdings etwas anstrengend. Man sollte hingegen nicht vergessen, dass gerade die erwähnte Tribal-Komponente den Fokus auf Perkussion und Rhythmik legt und dieses Album für dunkle Basement-Clubs und durchtanzende Nächte geschrieben wurde. „Brave New Apocalpyse“ bietet somit keine bahnbrechende Neuerfindung des Subgenres, liefert aber konstante Qualität für Freunde paralysierender Krachorgien ohne nennenswerten Nachklang.

(D.Charistes)

Format: CD
Vertrieb: WTII Records / Cargo Records
 

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