THOMAS KÖNER – La Barca Complete Edition

thoemas_koener_la_Barva_complete‚Director’s Cut‘. Nach der CD von 2009 (12 Tracks) und der Doppel-Vinyl von 2010 (17 Tracks) nun die Complete Edition mit insgesamt 22 Tracks plus der ergänzenden Videoarbeit zu dem Stück „Tokyo (Hour One)“. Arbeiten und „vorbestimmte“ Formate; fast selbstverständlich, dass es immer genau passt. Und was tun, wenn nicht? Im vorliegenden Fall hat der Künstler schließlich höchstselbst die Initiative ergriffen (ergreifen müssen?): nachdem, möglicherweise aus wirtschaftlichen Überlegungen, die CD keine Doppel-CD wurde und Dreifach-Vinyl tatsächlich etwas far out ist (wenngleich durchaus noch innerhalb realistischer Möglichkeiten), bietet Thomas Köner die Complete Edition der „La Barca“ nun selbst als rein digitale Edition an. 22 Tracks. Den Mehrwert zu beschreiben fällt schwer, ihn beim Hören zu spüren, intuitiv, dagegen wie selbstverständlich einfach. Vielleicht an erster Stelle: (es ist zu vermuten,) das ist, was der Künstler unter der „La Barca“ Thematik erarbeitet hat. Eben ohne vorab oder parallel die „Notwendigkeit“ zu bedenken, formatbedingte oder wirtschaftlich indizierte Kürzungen vornehmen zu müssen oder direkt einzuplanen und statt dessen den ganzen Umfang der 22 Orte abbildenden Stücke mit ihrer Grundlage aus Fieldrecordings von eben diesen 22 Orten in der ganzen Welt zu präsentieren. Fieldrecordings, die Szenen alltäglichen Lebens einzufangen scheinen, zumeist aufgenommen in urbanen Situationen (oder solchen, die zumindest so klingen) bis hin zu, durch Tierlaute, sehr naturhaft erscheinenden Momenten. Auch wenn diese möglicherweise ebenfalls an menschengemachten Umgebungen, eben für diese Tiere, aufgenommen wurden. Und allmählich, bei jedem weiteren Hören, schält sich heraus, dass die neben typischen Thomas Köner Trademarksounds stattfindenden weiteren musikalischen Zutaten in einem inhaltlichen Zusammenhang zu den Fieldrecordimgs und damit zu den Orten an sich zu stehen scheinen; in etwa so, als ob Thomas Köner kurze gesellschaftlich / musikalische Einsicht in Kulturen auf seine dunkel-korrodierten Basissounds geladen hat und diese als Transporter nutzt, diese Eindrücke zu den Hörern zu schicken. Insofern ist „La Barca“, rein von den Möglichkeiten der Idee alles andere als abgeschlossen: viel mehr stehen alle Wege offen für Fortsetzungen oder überprüfende Wiederholungen am gleichen Ort in der Zukunft. Wer also eines der beiden kürzeren Formate kennt, dem fehlt tatsächlich etwas. Den Anderen sowieso. Sehr empfohlen.

(N)

Vertrieb: Thomas Köner Self-Released