SIMPLE MINDS – Big Music (CD)

simple mindsLange, lange Zeit war es ruhig um die „Einfachen Gemüter“ – aber nun sind sie mit „Big Music“ wieder mittendrin. Gemeint sind hier natürlich die Simple Minds aus Glasgow – die Band um den charismatischen Frontmann Jim Kerr wurde schon 1978 in Schottland gegründet und waren eine der erfolgreichsten Gruppen der 80ziger und 90zigerer Jahre. Anfangs noch dem Punk und New Wave verschrieben, mutierten die Schotten über die Jahre zur grandiosen Stadionrockband und hatten mit „Don`t you forget about me“ einen richtigen Megahit, der sogar als Filmmusikeingesetzt wurde, die andere Stadion Livehymne war der Song „Alive and Kicking“!

Die musikalischen Einflüsse der SIMPLE MINDS werden in Fachkreisen immer mit den frühen Klängen von Künstlern wie ULTRAVOX, DAVID BOWIE, NEU!, MAGAZINE, GARY NUMAN, VELVET UNDREGROUND, SEX PISTOLS, LOU REED angegeben und vor allem in den ersten Jahren ihrer Gründung kam das durchaus hin. Mit Meilenstein Alben wie „New Gold Dream“ oder „Sparkle in the Rain“ und „Street fighting Years“ gelang auf internationaler Bühne der Durchbruch und die eher als poppige Variante des Waverock betitelte Truppe um den Gitarristen Charlie Burchill und kraftvollen Drummer Mel Gaynor trat einen musikalischen Siegeszug an, der in den 80ziger Jahren seinesgleichen suchte, von der irischen Rockband U2 einmal abgesehen. Nun also – nach guten 5 Jahren – das neue Album „Big Music“ – untätig waren die Schotten in der Zwischenzeit aber keinesfalls, etliche Greatest Hits und Livealben erblickten das Licht der Welt und viele Livekonzerte in aller Welt wurden absolviert und gefeiert!

Diese neue Platte nun mit Ihren 12 Tracks und in der Deluxe-Version sogar mit 18 Songs ( dabei Covertracks von THE DOORS, PATTI SMITHS) ist wieder mal vollgepackt mit Klängen für Nostalgiker der 80ziger / 90ziger Jahre und somit ganz in der Tradition des grandiosen 80ziger Albums „Once upon a time “ gehalten – der Sound ist extrem Stadionfüllend und sogar poppig Keyboardlastiger geworden, pompöse Melodien und epochale Synths schwirren durch den Raum, nichts desto trotz gibt es Ecken und Kanten und auffallend viele Retroelemente in den homogenen einprägsamen Melodien, Aussetzer sind eher selten vorhanden in den Soundexperiementen der SIMPLE MINDS, einzig die teils vielleicht doch zu klinisch und übertrieben sauber gehaltene Produktion mit etwas zu einfach klingenden Sounds aus den Computern betrübt den Gesamteindruck dieses Albums ein klein wenig. Und es hat sogar ein Coversong den Sprung auf das reguläre Album geschafft, „Let the day begin“ ist ein alter Track aus den End 80ziger Jahre von THE CALL und fügt sich wunderbar in das Konzept von „Big Music“ ein. Produziert wurde die Veröffentlichung von Andy Wright, Gavin Goldberg und Steve Osborne, sowie Steve Hillage, der auch schon die ganz frühen New Wave Alben der SIMPLE MINDS produziert hatte.

Fazit: Elektrisierende Popsongs, die nicht verstaubt klingen sondern eher zeitgemäß und einfach mehr Elektro als Rock bieten, die Schnittstelle zwischen Pop und Rock wurde so gesehen optimal ausgelotet, man könnte auch sagen die alte Magie der SIMPLE MINDS ist wieder da, auch wenn die Platte natürlich nicht an die wahren Großtaten der früheren Jahre heranreicht. Wer z. b. die Soloplatte von Jim Kerr „Lostboy“ vor ein paar Jahren durchaus sympathisch fand, könnte mit „Big Music“ ebenfalls warm werden. Zudem kann man die Schotten demnächst auch Live in einigen deutschen Städten bewundern!

(S.Ericksen)

Format: CD
Vertrieb: Embassy of Music/Warner
 

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