TREEFINGERS – OP.II (CDR)

Treefingers_OP_IIDas Vibrieren des Alls? Ein Sonnensturm? Klingen so Elektronen? Kann es harmonisches Rauschen geben? Der Wind der Sterne? Wie und wo auch immer Treefinger seine Inspiration bekommen hat, wie auch immer der Klang gefunden oder erzeugt wurde; selbst wenn es „nur“ ein analog klingendes, abgedunkeltes Noisefeedback durch Hall sein sollte; das Ergebnis ist einer der minimalsten und dabei gleichzeitig packendsten Ambient / Drone Releases (der bisher an mir vorbeigegangen war; Release der Erstauflage war bereits in 2012). Vom Äußeren unspektakulär; weiße CDR, weiße Klappkarte mit Begleittext, das Ganze in festen weißen Papier eingeschlagen; der Text auf der Karte (die Musik selbst ist instrumental) eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem im Zeitpunkt irgendwann aber dennoch unabwendbar bevorstehenden Ende des Lebens und der Art und Weise, wie der / die Einzelne im allgemeinen mit dieser Endlichkeit umgeht. Und dann die Musik; im Wesentlichen ein windartiges Rauschen; ganz langsam anwachsend und fast eine Stunde präsent. Vordergründig allein variiert durch einige wenige Veränderungen der Lautstärke; tatsächlich aber ein sich ewig veränderndes Geflecht; die paradoxe Statik einer steten Veränderung. Und vielleicht ist genau das die musikalische Spiegelung der Kernaussage des Textes… Wie auch immer, die Tiefe dieser Art von Musik, die so nah an Nicht-Musik, an reines Geräusch heranzugehen wagt wie es gerade auch nur möglich scheint und ihre Dichte sind es, die hier die volle Aufmerksamkeit fordern und, dem Warnhinweis auf dem Cover sei Dank, ein lautes Hören schon fast zu einer Kraftprobe werden lassen. Zu schade, sich diesen Release entgehen zu lassen. Egal, ob einem das Format passt oder nicht. Und jetzt ihr.

(N)

Format: CDR
Vertrieb: EIGENVERTRIEB
 

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