EINE STUNDE MERZBAUTEN – 7305 (CD)

merzbautenEin Projekt, welches sich so nennt, ruft natürlich eine gewisse Erwartungshaltung hervor und mit genau einer solchen, also etwas zu hören, was den Klängen, die Blixa Bargeld und Masami Akita nicht völlig unähnlich sind, entnehme ich die CD des tschechischen Projekts dem hübsch aufgemachten Digipack und lausche. Mit aller Kraft wirft sich einem auch schon der erste Track namens „Žádná Hudba Znamená Hluk“, welcher vermutlich eine Cover-Version von NAPALMED ist, was andererseits auch der frühere Name von EINE STUNDE MERZBAUTEN war… Inwiefern man hier von einer gekonnten Coverversion sprechen kann, kann ich nicht sagen, da ich das Original nicht kenne (von NAPALMED überhaupt nur die Kollaboration mit MERZBOW), aber es fetzt und kracht und lärmt, dass es eine Freude ist und erinnert insofern deutlich mehr an die japanische Referenz, die der Projekttitel nahelegt, denn an die deutsche. Langweilig wird es hier nie, andererseits wird dem Ohr auch so richtig gar keine Entspannung wie etwa durch Rhythmusstrukturen oder andere Sequenzen von größerem Wiedererkennungswert geboten, der dem Album beiliegende Hinweis, man solle es nur hören, wenn man 80 Minuten frei hätte, ist durchaus angebracht. Strengt an, macht Spaß, auch wenn man sich an das Motto „entertainment through pain“ und Ähnliches erinnert fühlen mag. Ein wenig ruhigeren und womöglich dann eher den NEUBAUTEN gewidmeten Lärm hört man nach ungefähr einer halben Stunde (das Album enthält zwar drei Tracks, jedoch keine Trackmarkierungen), während die letzte halbe Stunde dann wieder „wild“ in Richtung MERZBOW lärmt. Nichts für Weichgesottene, aber ich denke, einmal mehr ist da der Namen des Albums ja Programm und Noisefreunde wird hier wieder einmal ein neuer oder doch zumindest weiterer Zugang zu den vielen Facetten, Falten und Kanten des Krachs geboten.

(flake777)

Format: CD
Vertrieb: NAPALMED
 

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