ELUVIUM – Nightmare Ending, SINK – The Holy Testament, ÚLFUR – White Mountain

ELUVIUM – Nightmare Ending (DCD; Temporary/ CARGO)

„Don’t Get Any Closer“ warnt der Opener dieser 2-CD Edition. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass nur wenige potenzielle Hörer dieser Warnung Folge leisten werden, ist „Nightmare Ending“ doch eine homogen und dynamisch aufbauende Ambient-Veröffentlichung, deren einzelne Stücke zwar die ganz lange Laufzeit bewusst umschiffen, durch ihre harmonischen Wendungen und die immer leicht angeraute, wie korrodierte Soundästhetik jedoch starken Bezug aufeinander nehmen. „Caroling“, das Solo-Piano Stück auf CD 1, ist dann fast schon so etwas wie ein Break innerhalb der raumgreifenden Flächen von Eluvium, für die Hörer so etwas wie eine Möglichkeit zum Atemholen in der Pause der undurchdringlichen Schichten vorher und danach; die gleiche Rolle übernimmt dann auch „Impromptu (For The Procession)“ auf der zweiten CD und auch hier öffnet es die Ohren aufs Neue für den atmosphärischen Höhepunkt „Covered In Writing“, dessen überwältigende Elegie mit „Entendre“ sogar ein weiteres dieser reduziert fokussierten Etüden fordert… und am Ende sogar die Integration von Gesang (Yo La Tengo’s Ira Kaplan) und das, ohne auch nur in irgendeiner Weise die Stimmung dieser Veröffentlichung zu gefährden. Im Gegenteil.

SINK – The Holy Testament (DCD/LP; Svart Records/ CARGO)

Finnischer Black Metal mit dem Abschluss des „Holy Testament“ Zyklus, sowohl als LP in Form der „The Holy Testament 2“ und als Doppel-CD inklusive der bereits 2011 erschienenen „The Holy Testament 1“. Mit starkem Bezug zu Dark Ambient, mit Passagen wie Chorälen, mit einem ebensolchen Gesang auch in den Riffpassagen und deren Steigerung in hypnotische Geräuschstrudel mit endloser Wiederholung; fast atonal, in dem Trademark-Sound des Genres. Dann wieder die Rückkehr vermeintlich friedlicherer Absichten und doch wieder ihre Unterwanderung durch das Böse… Perfekt ausbalanciert zwischen Aggression und Melancholie, Ausweglosigkeit und Agonie. (Ohne die Gesinnung geprüft zu haben; bei Black Metal ja durchaus auch mal zu empfehlen) sehr empfohlen.


ÚLFUR – White Mountain (CD/LP, Western Vinyl)

Sehr spährisches und gleichzeitig irgendwie auch wieder geerdetes Debüt von Úlfur Hansson aus Island. Und musikalisch tatsächlich auch genau dort einzuordnen. Wer z.B. Sigur Rós schätzt, sollte „White Mountain“ zumindest testen; Úlfur Hansson war nicht umsonst schon in der Tourband von Jónsi, dem Sigur Rós Sänger unterwegs… Mit einer durchaus verwandten Form an positiver Verstrahltheit, nicht nur im Einsatz der Stimme und einem verführerischem Clash zwischen akustischen Instrumenten und Elektronik. Definitiv empfohlen. Auf CD und Vinyl.

(N)



 

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