THE BEAUTIFUL DEAD – To Lunar Canyons (CD)

Mit dem Album „To Lunar Canyons“ veröffentlichen die Waverocker THE BEAUTIFUL DEAD ihren zweiten Longplayer nach dem Debüt „Moonlight And Hollywood“ auf dem Label Sonorium. Die voluminösen Klänge der vier Musiker aus der Pfalz orientieren sich sehr stark an Gruppen der 80er Waverock Dekade. Ich musste beim ersten Hören gleich mal an Bands wie THE ESCAPE oder frühere ESCAPE WITH ROMEO, 18 SUMMERS, AND ALSO THE TREES und SCREAM SILENCE denken.

THE BEAUTIFUL DEAD versuchen bei der musikalischen Umsetzung, sämtliche Spielarten des Genres auszureizen, die teils überwiegend elektronischen Tracks dominieren das elegische Klangbild, aber es finden sich auch mehr als genug rockige Elemente in den neun Songs wieder. Ab und zu werden auch etwas gothische Klänge mit ins Songgerüst eingeflochten, die klassische Instrumentierung mit Akustik Gitarre und Keyboards runden das Klangbild der Band ab. Zum Titeltrack der ersten Platte wurde sogar ein Video produziert, das unter anderem die Livequalitäten von THE BEAUTIFUL DEAD äußerst prägnant darstellte, zumal Videos in heutigen visuellen YouTube-Zeiten nicht unwichtig für gute Promotion neuer Platten sein dürften.

Die Band, die im Oktober 2010 das Licht der Musikwelt erblickte, besteht aus den Herren Palm C. an der Gitarre und Synthie, sowie Palm P. an den Drums und T.Steitz am Bass, dazu gesellt sich noch A. Westrich an den Synthies und er steuert auch die wohlklingenden düsteren Vocals bei. Die erste Produktion war eine 5 Track EP Namens „Reaching Out“ – die auch schon stark in 80iger Facetten daher kam, hier wurde der Grundstein zur weiteren Ausrichtung der Band gelegt. Schon dort wurde deutlich, wohin der Zug einmal gehen würde, der Progressiv Wave mit eingängigen Melodien und düsterer Atmosphäre ließen schon damals auf ein ambitioniertes Debüt hoffen und diese Hoffnung wurde ja bei weitem erfüllt.

Auch die Songs des neuen Albums sind Gitarren orientiert und erzeugen durch die Electronics eine latent melancholische Grundstimmung, zudem ist da auch wieder diese Brise Pop in den Songs integriert, was eine gewisse Eingängigkeit ausstrahlt. Der Einstiegstrack „Neon Judas“ ist eine Songperle, fast nur elektronisch gehalten, mit der Düsterstimme von Westrich und dem gothtypischen Bass versehen, könnte das durchaus eine Clubnummer werden. Bei „Ghost In The Garden“ wird wieder gerockt und beim Titeltrack „To Lunar Canyons“ wird es leicht poppig, bevor bei „Down Below“ satte zehn Minuten, die progressiven Anleihen mit großer Gitarrenfreiheit und Wave freiem Drumming präsentiert werden. Da wir ja langsam der schönsten Jahreszeit – dem Herbst – entgegensteuern, kommt diese Platte gerade recht, gern sollten alle Fans von poppig wavigen Goth (z.B. MONO INC.) mal ein Ohr bei THE BEAUTIFUL DEAD riskieren.

(S.Ericksen)

Format: CD
Vertrieb: Sonorium
 

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