BLACK BOX RADIO – Underneath The Subsurface (CD)

Bands aus Österreich sind im Indie/ Alternative-Bereich, was den internationalen Vergleich betrifft, eher weniger in Erscheinung getreten. Mir fallen spontan die psychedelisch angehauchten Steaming Satellites ein, die zuletzt mit einem tollen Album trumpfen konnten.

Die 2007 gegründeten Black Box Radio wollen nun mit ihrem Debüt „Underneath The Subsurface“ durchstarten. Und ja, handwerklich, textlich und in der Präsentation durch ein schönes Digi stimmig in Szene gesetzt, geht man schon mal in die Vollen. Musikalisch wiederum bewegt man sich in eher konventionellen Gewässern, soll heißen: die Österreicher präsentieren einen sehr tanzbaren groovigen Mix aus Franz Ferdinand-artigen Indie Pop, der auch Alternative Rock und düster angehauchte Balladen nicht missen lässt. Mit dem Opener „Futurama Cyber Love Disaster“ hat man in jedem Fall den „Hit“ der Platte vorneweg geschickt, lebt dieser Song von einem eher schleppenden Takt. Dieser baut sich aber zu einem dynamischen Ohrwurm im Refrain auf, der jeden Indie Tempel zum glühen bringen sollte (cooles Video dazu im Netz – Kompliment). Das folgende leicht funkig angehauchte „Inconsolable Brother“ geht gut nach vorn, während der dritte Song „Wag The Dog“ leicht anstrengt, sind doch die Gesangsparts nicht so ganz mein Ding. Die oftmals zappelige, rhythmisch hektisch anmutende dancige Art der Musiker kann über Albumlänge zum Teil schon wiederholend eintönig wirken und ist in jedem Fall Geschmackssache. Das wird aber jeder Hörer letztlich für sich entscheiden dürfen, schafft man doch sehr passable Momente wie im angenehm fließenden „Nowhere Land“, oder weiß im melancholisch ruhigen „Restless Union“ gut zu schmachten. Akustisches Glanzstück ist der Rausschmeißer „Whip It“, wo die Österreicher unplugged eine sehr intime Atmosphäre heraufbeschwören, die so in dieser Form zu den sonst eher tanzbaren Indiesounds eine gute Alternative darstellt, die doch aus der Sicht des Rezensenten ruhig des Öfteren für Abwechslung hätte sorgen dürfen. Textlich werden gesellschaftskritische Belange intensiv beleuchtet, persönliche Reflektionen finden statt, die sich ebenso im mit Kindheitsfotos versehenen Booklet widerspiegeln.

Alles in Allem wird nicht wirklich viel falsch gemacht, reicht den großen Vertretern der Zunft aber noch nicht das Wasser. Die Sangesstimme und der oftmals sich wiederholend nervig, zappelige Songaufbau sind auf Albumlänge noch ausbaufähig, weiß man doch sonst mit einer sympathischen Präsentation in Aufmachung, Sound und Texten zu punkten.

(R.Bärs)

Format: CD
Vertrieb: Wood.BeforeTheCottage
 

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