YODOK – Yodok 2 (CD)

Yodok mit ihrer zweiten Veröffentlichung und dem langen Trip. (Deswegen?) leider nicht auf Vinyl wie der Vorgänger, die einseitig bespielte „Yodok 1“, sondern als CD (im Digipack). Aber: wer will sich bei über 76 Minuten Spielzeit ernsthaft beschweren; und die Tatsache, dass Yodok sich auch auf der Nummer zwei wiederum auf ein einziges Stück konzentrieren, rechtfertigt die Wahl des Formats zusätzlich. Und bietet den beiden die Möglichkeit, durch aus Tuba und skelettiertem Schlagzeug entwickelte, loopartige Schleifen Tranceräume zu errichten und mit diesen die Zeit zu stoppen. Und alle Hörer, die nicht vorab wissen, mit welchen Instrumenten hier (zumindest als Soundquelle) gearbeitet wird, auf den vollkommenen Irrweg zu schicken; elektronische Drones? Feedbacks? Was auch immer. In jedem Fall ein tiefes Eintauchen in schwarzes Wasser. Zähflüssiges schwarzes Wasser. Wie ein Öl, aber eines mit spröder Oberfläche; immer wieder durch die Eigendynamik der Loops wie durch Wellen bewegt und gleichzeitig durch statischere, immer düsterere Drones auf der Stelle wie festgenagelt. Und erst sehr spät das Aufbrechen durch einzelne Schlagzeugattacken; fragmentiert, ohne die rauen Soundscapes wirklich unterbrechen zu können oder (möglicherweise) auch nur zu wollen. Bis zu dem Punkt, an dem sich „Yodok 2“ völlig unerwartet zu einem minimalistischen Gespinst feinster, in der Anmutung fast flötenhafter Reduktion zurücknimmt. …nur um kurze Zeit später mit brutalem Feedback und „richtigem“ Schlagzeugspiel fast Doom-Metal Atmosphäre loszubrechen… Inklusive der Tuba als Proto-Riffmonster. Wiederum (nach „Yodok 1“): was die beiden im fernen Norwegen mit diesem völlig ungewohnten line-up an musikalischer Vision umzusetzen in der Lage sind ist erste Liga. Hoffentlich auch bald einmal in der Nähe live zu hören.

(N)

Format: CD
Vertrieb: THE PEREFCT HOAX
 

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