BLACK TUSK – Tend No Wounds (CD)

Als kleinen 22-minütigen Appetithappen soll man diese EP verstehen, welche die Amerikaner als Überbrückung zum nächsten Longplayer diesen Sommer auf den Markt schleudern. BLACK TUSK werden gerne als die kleinen Brüder von MASTODON und KYLESA bezeichnet, kommen sie doch ebenso aus Savannah, Georgia. Covertechnisch von John Baizley optisch bestens versorgt, bedient man die Sludge/Stoner-Gemeinde mit kurzen prägnanten, oftmals punkig angehauchten Brechern. Nach kurzem Intro folgt mit „Enemy Of Reason“ ein ungestümer Punkrockartiger Track, der zwischendrin mit kurzzeitig aufwühlenden doomigen Parts zu gefallen weiß. Das folgende „The Weak And The Wise“ fängt melodisch an, nur um dann doch in eine treibend wütende, von hysterischem Gesang begleitete Nummer umzukippen. Ein dreckiger Fünfminüter, der auch immer wieder zum Ende hin mit sludgig dreckigen Breaks aufwartet, die Gitarren fett in Szene setzend, gesanglich aber nicht so ganz meiner Baustelle entsprechen, geht dieser zum Teil eben in die hohe, aggressive Punkrichtung. „Internal/Eternal“ rockt ebenfalls groovig midtempolastig, leidet aber auch unter dieser gewissen gesanglich monotonen Aggressivität, die oben genannte Vertreter durch ihre modernere, progressivere Herangehensweise einfach besser lösen. Der vorletzte Song „Truth Untold“ beginnt mit tollen psychedelischen Gitarren, fällt dann aber leider wieder durch den HC/Punk-lastigen Drive in übliche Schemata ab. BLACK TUSK machen genretechnisch nicht wirklich viel falsch, sind angemessen dreckig rau produziert, mir fehlt hier aber der Wiedererkennungswert und im Vergleich zu den doomig, progressiven Acts dieser Szene fehlt hier so manches. Für Hörer, die mit einer gewissen Punk/Hardcore-Note sympathisieren, geht das hier alles in Ordnung, Fans von eher dunklen, doomigen Sludge sollten vorher reinhören.

(R.Bärs)

Format: CD
Vertrieb: RELAPSE RECORDS
 

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