IRON TONGUE – The Dogs Have Barked, The Birds Have Flown (CD)

Zum gerade angesagten Retro 70´s Rock-Bereich kann man die Amerikaner IRON TONGUE wohl am besten zählen. Auf dem renommierten Label Neurot servieren sie mit ihrem Debüt dem geneigten Hörer auf 7 Songs in 45 Minuten, die momentan sehr beliebte Mischung aus Stoner, Sludge, Southern und Doom Metal/Rock. Das Cover des Albums suggeriert die Flucht des jungen Außenseiters vom tristen Landleben, von der Familie – auf der Suche nach Abenteuern, nach dem echten Leben. Die Band schafft mit „Ever After“ einen superben Einstieg, schwer, bluesy psychedelisch.Langsam dräuend sich aufbauend, zieht der Opener den Hörer in seinen Bann und weiß sogar mit gospelartigen, weiblichen Background zu punkten. Wenn Sänger Chris Terry (auch bei den Doom/Sludge Metallern Rwake) gefühlvoll zu intonieren beginnt, muss ich unweigerlich an CRIPPLED BLACK PHOENIX denken, die diese schwelenden Orgelklänge auch gern ausufernd in ihren 70´s lastigen Postrock mit einfließen lassen, alles sehr auf Atmosphäre ausgelegt. Dieser Epikwalzer, das muss man vorwegnehmen, ist das Highlight der Platte, wird hier von der Dynamik von leise zu laut, die ganze Palette von Psychedelic Ballade bis doomigen Hardrock aufgefahren, stimmlich die rauere Seite im Gesang zum Ende des Songs den Rest der Platte vorwegnehmend. Im weiteren Fortlauf folgt klassischer Südstaaten Stoner Rock, wie im durchschnittlichen „Witchery“, während im anschließenden „Skeleton“ nach schön midtempodrückendem Beginn wieder diese psychedelisch balladige Schlagseite Raum erhält und darin meiner Meinung nach die Stärke von IRON TONGUE eindeutig zum Vorschein kommt. Die ganze Platte lebt von einer angenehmen drückenden Heavyness, super produziert, ähnlich wie bei DOWN, US CHRISTMAS oder eben CRIPPLED BLACK PHOENIX. Man lässt sich immer wieder in halbballadig wabernde Parts zurückfallen, akzentuiert diese hervorragend mit den bereits oben genannten gospelig anmutenden weiblichen Backgroundgesängen. Ob das nun alles typisch für Neurot ist, steht auf einem anderen Blatt, sollte aber Fans der angesagten 70´s Retrorockwelle, die mit einer düsteren Südstaatenschlagseite leben können, ein wohliges Hörerlebnis schaffen. Wäre jeder Song in der erhabenen Qualität des Openers, wäre hier ein Kleinod am Start. So bleibt es ein solides Rockalbum allemal.

(R.Bärs)

Format: CD
Vertrieb: NEUROT/CARGO
Mailorder: Going Underground
 

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