HOLY ORANGE – The Black Noise (CD)

Der Bandgeschichte der Wave Rocker HOLY ORANGE und hinter ihrem ersten richtigen Album „The Black Noise“ haftet etwas kurioses an.1985 im Rhein/Main-Gebiet ins Leben gerufen, erreichten die Mainzer kurzfristig überregionale Bekanntheit. Wie auch immer: 1989 war alles schon wieder vorbei, HOLY ORANGE lösten sich auf und die Herren gingen getrennte Wege. Bis zur Rückkehr ins Studio im Jahr 2011 erschienen ein paar Songs auf Compilations. „The Black Noise“ erschien 2012 auf Cathedral Music, bei denen u.a. auch MIGHTY SPHINCTER, MADRE DEL VIZIO und AMBER ASYLUM unter Vertrag stehen. Nachdem ich mich in Leipzig erneut davon überzeugen durfte, dass die Plattengestaltung im Gothic-Rock-Sektor nach wie vor in Sachen Einfallsreichtum, Abwechslung und Gespür für Komposition gut Luft nach oben lässt, sind die hypnotischen schwarz-orangenen (Überraschung!) konzentrischen Kreise mit der kauernden Gestalt schon einmal ein Pluspunkt. Musikalisch steckt „The Black Noise“ zwischen PostPunk und GothRock. Die vom Label gezogenen Vergleiche mit THE VELVET UNDERGROUND wollen nicht einleuchten, wohl aber die Nähe zu (SOUTHERN) DEATH CULT, JOY DIVISION, MURDER AT THE REGISTRY, SEX GANG CHILDREN minus Gesang oder den SISTERS OF MERCY in ihrer Phase vor „Vision Thing“. Sänger Spray Athen macht uns dazu den PETER MURPHY. Mit „Morella“ ist darüber hinaus eine alte Kultperle enthalten. Ganz auf der Höhe der Zeit ist „The Black Noise“ nicht, dafür ein schönes nostalgisches Retro-Zeitdokument der deutschen (Dark-)Wave-Szene für den Heim- und Clubgebrauch. Aus dieser Perspektive ist „The Black Noise“ dann auch richtig gut, fällt aber im Vergleich mit dem Output aus der aktuellen Düster-Post-Punk-Welle der 2000er/ 2010er Jahre deutlich ab.

(APL)

Format: CD
Vertrieb: CATHEDRAL MUSIC
Mailorder: Going Underground
 

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