SWITCHBLADE – Switchblade (2003) (CD/LP)

Switchblade ist eine Band, die ihre Vision von „eigener Musik“ schon seit langem mit voller Konzentration, sicherer Hand und absoluter Konzepttreue verfolgt: dieses nun wiederveröffentlichte, mit Blick auf den Beweis der Konzepttreue „natürlich“ auch (schon) unbetitelte Album datiert immerhin zurück auf das Jahr 2003 und Switchblade werden zu diesem Zeitpunkt noch Jahre als klassisches Trio arbeiten, bevor Anders Steen, der Bassist (und Manchmal-Sänger) die Band verlassen und diese als Duo weitermachen wird. Und, in diesem Zusammenhang: die im Artwork ganz leicht variierte Neuauflage auf Denovali Records liefert auch dazu einige Erklärungen. Aus erster Hand; von Anders Steen. Aber zurück zur Musik: ihren irgendwie nihilistischen Ansatz hatten Switchblade auch schon 2003 perfektioniert; der Schlagzeugsound und das minimalistisch-präzise Spiel von Tim Bertilsson verankert nicht nur die Saiteninstrumente in der Wirklichkeit; die rhythmischen Wendungen im Spiel, ein Gespür für das Unerwartete, das dann trotzdem genau wie folgerichtig klingt, zeichnet das Schlagzeugspiel schon damals aus und hebt schon für sich allein Switchblade aus den Reihen vergleichbarer Bands heraus. Johan Folkessons Gitarre arbeitet auch auf „Switchblade“ (2003) mit einem Sound, der voll und rund ist, vordergründig aber schneidend und kantig die Stücke zerlegt und auf Überverzerrung verzichtet. Anders Steen unterwandert die Gitarrenriffs, schiebt an und verweist mit Bassspiel und -sound genauso in die Noiseecke wie in Richtung Math-Rock (Wer hat hier Shellac / Bob Weston gerufen?). Die Stücke aber sind in sich (noch) geschlossener, teils auch riffbetonter als die späteren, noch asketischeren Entwicklungsstufen, die in der fast fragmentiert zerlegten „Switchblade“ (2009) einen bisherigen Höhepunkt an (und das ist positiv gemeint) Kaputtheit und Zerissenheit finden konnten; abwartende Stille passiert hier mehr in Intros bzw. Outros. „Switchblade“ (2003) bildet damit fast so etwas wie der frühere, vorangegangene Antagonist zu „Switchblade“ (2012), der ersten Veröffentlichung als Duo, die in ihrem Aufbau ja auch wieder stärker den Riff und den Zusammenhang betont… Switchblade, so etwas wie schwedische Meisterklasse in Sachen Reduktion und Pointierung, Kraft und Askese. Perfekt.

(N)

Format: CD/LP
Vertrieb: DENOVALI/CARGO
Mailorder: Going Underground
 

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