THE OLD WIND – Feast On Your Gone (CD/LP)

Pelagic Records, das kleine aber feine Label von Robin Staps (Member von The Ocean), das so feine Hochkaräter der Postrock/Metal Community wie Khoma, God Is An Astronaut oder The Ocean himself an den Start bringt, präsentiert mit dem ersten Longplayer „Feast On Your Gone“ von The Old Wind kein unbeschriebenes Blatt, steckt doch hinter diesem Projekt ein Musiker, der maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung ursprünglicher Hardcoresounds in Richtung Post/Experimental zur Jahrtausendwende hatte. Wir reden hier vom Schweden Tomas Liljedahl, Vocalist der Schweden von Breach, die in Insiderkreisen einen mächtigen Ruf genossen, war man wie oben beschrieben, einer der Vorreiter, wenn es darum ging, Hardcore lastige Strukturen mit doomig experimentellen Rock/Metal Sounds verschmelzen zu lassen.

Nach Jahren der Abstinenz, wie Tomas selbst sagt: voller Dunkelheit, Dämonen, psychischer Probleme, fand er wieder zurück durch die Idee für dieses Projekt, jene Abgründe musikalisch zu verarbeiten, sich ihnen zu stellen und kreativ in diese hier vorliegenden 35 Minuten zu gießen. Er hat sich Mitstreiter seiner alten Hausband sowie The Ocean-Kopf Robin Staps einverleibt, um diesen doomigen Hassbrocken auf die Menschheit loszulassen. Freunde von  Neurosis (alte Werke), Cult of Luna, The Ocean oder eben Breach selbst werden großen Spaß an diesem pechschwarzen Wall of Sound haben, der kraftvoll in den 6 Stücken den Hörer an die Wand presst.

Liljedahl schafft mit seinem abgrundtief hasserfüllt, verzweifelten Gesang alles Licht zu verschlucken, doomig, sludgige Riffs setzen prägnante monotone, aber sehr kraftvolle Muster. Die sehr fette Produktion, von der das sehr intensive Druming lebt, dräuende Bassläufe, der bekannte sehr ausdrucksstarke Gesang Liljedahls und einige spookige Keyboardsequenzen wie im Abschlusstrack „Reign“, geben der Platte einen gewissen experimentellen Anstrich. Absolutes Highlight ist der Opener „In Fields“, der mit interessanten Samples, sehr einnehmenden verzweifelten Gesang und fast schon Katatonia-liken Melancholic Gitarrenleads glänzt. Im zweiten Song „I`m Dead“ gibt es zum Ende hin fast schon archaisch wirkende Hintergrundchöre, die eine sehr sakrale Atmosphäre beschwören, welche dann mit verspielten Gitarrenmustern den Song beenden. „Raveneye“ glänzt mit sehr atmosphärischen Streicherparts, die es schaffen, die drückende Schwere kurz aufzulockern.

Fans der alten Band Breach werden sowieso nicht lange überlegen müssen hier zuzuschlagen, nur die Albumlänge hat eher EP-Format, was den epischen Elementen und der Sogwirkung über Albumlänge zum sofortigen Anskippen zwingen wird, ist man bei dieser Art von Postcore eher mit 60 Minuten voll im Epikrausch. Ursprünglich war The Old Wind als reines Studioprojekt geplant, nur hat die Intensität der Songs Liljedahl zur Idee, daraus ein komplettes Bandformat für Liveauftritte zu starten, angespornt und man darf gespannt sein, wann und wie dieser schleifende Hassbrocken live über einen herfallen wird.

(R.Bärs)

Format: CD/LP
Vertrieb: PELAGIC RECORDS
 

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