KARSTEN PFLUM – Sleepwald (CD)

Als vor zwei Jahren Karsten Pflum bzw. der Däne Jacob Helverskov Madsen mit seinem 5. Album „No Noia My Love“ auf Hymen Records debütierte, stach mir damals sofort das „farbenfrohe“ Gemälde-Cover ins Auge. Der locker-fluffige IDM-Sound mit massiven 90er Jahre Drum’n Bass-Einschlag passte da schon eher in das Raster des Labels und alles war gut. Nun steht mit „Sleepwald“ und ähnlich grauslichen „Kunst-Aquarell“-Artwork der Nachfolger im Regal und überrascht mich ein weiteres Mal. Die 14 Tracks auf „Sleepwald“ sind nämlich lupenreiner Minimal-Ambient und schon bei dem programmatischen Album-Titel muss ich unweigerlich an die Klassiker „Zauberberg“ und „Königsforst“ von GAS denken. Vordergründig herrscht auf den insgesamt 14 mehr oder weniger kurzen Tracks Ambient-Stimmungen im Sinne eines Brain Eno, aber im Detail sitzt dann der Widerhaken. Hinter den sinuswellenartig anbrandenden Loops lauern zum Teil beunruhigende Sounds, welche sich erst nach mehrmaligen Durchläufen so richtig erschließen. Zwar entwickeln diese nicht unbedingt eine bedrohliche Atmosphäre, wie sie sonst im Dark Ambient-Genre Standard ist, aber ein verunsichertes Gefühl bleibt bzw. schwingt beim Hören immer mit. Gerade dies macht meiner Meinung nach „Sleepwald“ zu einem außergewöhnlichen Werk und jetzt schon zu einem Ambient-Album-Anwärter des noch jungen Jahres 2013… Farbklecks-Cover hin wie her. (Marco Fiebag)

Format: CD
Vertrieb: Hymen Records
Mailorder: Going Underground
 

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