Various Artists – Impedance (CDR)

Ambient/ Drone/ Experimentalsampler mit teils eklektischen Zügen… Zwar werden diese weitestgehend gleich am Anfang abgehandelt, ich frage mich aber trotzdem immer wieder, Labelzusammenstellung oder nicht, wie viele Hörer(innen) derartig in der musikalischen Stimmung wechselnde Sampler wirklich mögen. Beziehungsweise wie viele da, Labelzusammenstellung oder nicht, lieber eine maximal homogene Zusammenstellung mögen (was ja nicht heißt, dass es dann keine Dynamik und Überraschungen geben kann). Und eigentlich hätte genau diese Möglichkeit auch hier mit „Impedance“ bestanden …

Deep liefern mit „Start“ genau das; und das trotz Besetzung mit zwei Bässen sehr atmosphärisch; Doc Wör Mirran passt mit der postrockigen Trockenheit von „Eminor’s Limbi“ als Fortführung durchaus sehr gut, das Stück bleibt jedoch hinsichtlich der Dynamik derart in den Mikroereignissen, dass zusammen mit dem sparsamen Sound das Ganze schnell an den Hörern vorbeigehen kann. Der Lautstärkesprung zu Mystified und „The Lightness“ scheint das im Nachhinein noch betonen zu wollen, gleichzeitig läutet er den Übergang zu dem Ambient/ Drone-Schwerpunkt ein, der den weiteren Ablauf beherrschen wird. Und auch wenn Aalfang Mit Pferdekopf mit typischen Aalfang mit Pferdekopf Humor (aus gepitchten Baby-Spielzeug?) einen sehr schrägen Einstieg in das im weiteren flirrende „BSS.4 Keith Emerson“ findet; der sicheren Hand von Mirko Uhlig (dem Mann hinter Aalfang Mit Pferdekopf) ist es dann aber auch genauso zu verdanken, dass derartige Humoresken eben auch zwingender Hörgenuss sind… „Outtry“ von Esa Ruoho ist dann im Gegensatz dazu wieder äußerst minimalistisch angelegt, mit sich langsam verdichtenden, fast auf Sinustöne reduzierten, warmen Sounds; irgendwo zwischen Sähkö-Recordings und Raster-Noton.

Der folgende Elektrojudas dreht das Steuer dann in Richtung verlangsamte, mit delayten Drums angetriebene Dark-Tanznummer, plus Stimmen aus einem distorted Off, bevor B°tong mit treated Fieldrecordings die CD-r wieder auf Kurs bringt, einen, den Artificial Memory Trace in gleicher Form weiterführen, als Collage eines sehr speziellen Zoos, verwoben mit flirrender und vibrierender Elektronik (die ggf. sogar auch auf diesen Fieldrecordings basieren könnte; wer weiß). Es folgt: „Der Wahnsinn Der Ameise“, ein durchaus verschrobenes Kabinettstück von Niku Senpuki, das durch „Bavarian Krynge“ von Here Be Monsters auf eine geräuschhaftere, mit fast konkreten Fieldrecordings angedickte Art weitergeführt wird, um den Stab dann an Orifice zu übergeben, die sich (als Ausnahme auf diesem Sampler) mehr als 12 Minuten Zeit nehmen (dürfen), um ihr „B.M.T.G.“ zunehmend geräuschhaft zu zerschleifen.

Der dem Vorwort entgegenstehenden, extremen Homogenität der zweiten Hälfte des Samplers entsprechend schließen sich Yield mit einem weggefilterten Noiseopus an, bevor Sustained Development mit dem auf Geräuschaddition basierenden „Bass Determines Superstructure“ an Emerge übergeben, die mit ihrem aus ultratiefen Bassflächen und verwehten Einzeltönen bestehenden „Monominal“ einen (für mich, neben Aalfang Mit Pferdekopf) weiteren Höhepunkt setzen. Auf CD-r mit einem schönen Cover von Tine Klink zum Geschenkpreis… Zögern ist unnötig.

(N)

Format: CDR
Vertrieb: Attenuation Circuit
 

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