ANDREW CHALK – 狂詩曲の波間に浮かぶ四十九の風景 (Forty-Nine Views In Rhapsodies‘ Wave Serene) (CD)

Andrew Chalk ist auf seinem eigenen Label Faraway Press seit längerem sehr aktiv; Re-Issues vergriffener Veröffentlichungen, neue Werke, in geringem Umfang Veröffentlichungen Dritter; immer alles in (vom Motiv her) sehr ungewöhnlichen, handgemachten Covern; zum Teil mit wirklich eigenen Umsetzungen, was die „Bedienung“ betrifft. Das Ganze dann oft (was die Titel betrifft) ausschließlich in (vermutet) japanisch beschriftet. Und bei Zweit- und Drittauflagen zum Teil mit völlig verändertem Coverartwork; nicht einfach, da den Überblick zu behalten.

Auch seine neue, „狂詩曲の波間に浮かぶ四十九の風景 (Forty-Nine Views In Rhapsodies‘ Wave Serene“ oder, nach einer anderen Quelle: Forty-nine landscape that float in the waves of rhapsody)“, ist eine besondere Veröffentlichung: das fängt (natürlich) schon bei dem Cover an, das, wie schon bei der LP „夜のバイオリン (Violin by Night)“ aus einem Pappschuber besteht (bedruckt und embossiert), in dem eine ebenfalls bedruckte Innenhülle steckt, die fest mit einem Stäbchen verbunden ist; als Griff, um an die CD zu kommen. Wirkt „irgendwie“ japanisch, auch wenn ich nicht sagen kann, ob diese Art der Verarbeitung in irgendeiner Weise tatsächlicher japanischer Handwerkskunst nachempfunden ist. Die nächste (nicht nur) visuelle Überraschung: 49 Tracks, bei den Möglichkeiten des Formats natürlich alle kurz bis wirklich kurz (2.00-0.33). Die Gefahr, gerade bei der Musik wie (auch) Andrew Chalk sie macht, liegt bei einem solchen Konzept dann oft in der einfachen Erkenntnis (oder auch Erfahrung), dass sie eigentlich fast immer die lange Laufzeit benötigt, um die Hörer einzufangen.

Nicht nur bei den reinen Drones, sondern auch bei den durchaus konkreteren Stücke, solchen wie hier auf dieser Veröffentlichung. Aber: (zum Glück) eben auch nur fast immer. Und irgendwie ist „狂詩曲の波間に浮かぶ四十九の風景 (Forty-Nine Views In Rhapsodies‘ Wave Serene)“ eigentlich sogar das Gegenteil des erwarteten Fragmentismus; zwar unterscheiden sich die Stücke zum Teil recht stark, aber eher so wie in einem Bildband, dessen Einzelseiten sicherlich die ein oder andere Überraschung bereithalten, der aber deshalb trotzdem ein zusammenhängendes Buch mit einer zusammenhängenden Thematik bleibt. So auch hier, akustisch, und, wenn auch wahrscheinlich nicht bewusst so gewollt (schließlich heißt der 49. Track dann auch „Coda“), ist „狂詩曲の波間に浮かぶ四十九の風景 (Forty-Nine Views In Rhapsodies‘ Wave Serene)“ einer der seltenen Fälle, in denen die Random-Taste des CD-Spielers Sinn machen kann: zwar hat Andrew Chalk mit Blick auf die Namensgebung die 49 Stücke mit Sicherheit nicht ohne Grund in dieser Reihenfolge angeordnet, „狂詩曲の波間に浮かぶ四十九の風景 (Forty-Nine Views In Rhapsodies‘ Wave Serene)“ lässt aber aufgrund der Unzahl der Stücke auch den Raum für alternative Dynamiken… Nicht dass man die Reihenfolge so schnell auswendig könnte; nur für den Fall…

(N)

Format: CD
Vertrieb: FARAWAYPRESS
 

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