ANDREW CHALK – 六つの花 (Mutsu No Hana) (10")

Andrew Chalk 10“ auf An’archives, einem sehr japanaffinen französischen Label; und damit durchaus passend zu dem Engländer Andrew Chalk… Im Gegensatz zur ebenfalls kürzlich erschienenen 49 Track CD „狂詩曲の波間に浮かぶ四十九の風景 (Forty-Nine Views In Rhapsodies‘ Wave Serene)“ konzentriert sich Andrew Chalk hier auf drei tendenziell dronebasierte Stücke, die sich auf der ersten Seite ganz in seine spezielle Haltung hinsichtlich dieses Genres einordnen: mit sich windenden Sounds, die, bei aller grundsätzlichen Soundfülle auch immer etwas karges, fast knöchernes haben, das sie von Entwürfen anderer sehr deutlich unterscheidet. Diese erste Seite, „風待月 (Kaze Tai Gatsu)“ geht so sogar bis an die soundlichen Grenzen des Formats, zumindest was die Frequenzen der Mitten und Höhen betrifft (an die Grenzen, nicht darüber; keine Bedenken nötig) und umrundet sich selbst und die oft bis kurz vor die Oszillation gehenden soundlichen Begleiter in stetem dynamischen Wechsel bis zum Ende der ersten Seite… „浮橋 (Ukibashi)“, der Opener der zweiten Seite, überrascht dann mit einem fast weichen, flächenhaften Soundbild, bleibt aber in seiner skizzenhaften Kürze und der schimmernd/ quirligen Beweglichkeit nicht viel mehr als ein Intro zum in sich ruhenden „六つの花 (Mutsu No Hana)“, das, ebenfalls warm und flächig angelegt, über harmonische Bögen, die Hörer auffängt und als Kontrast zu der dunklen Stimmung von „風待月 (Kaze Tai Gatsu)“ fast so etwas wie tiefen Frieden ausstrahlt. Die 10“ kommt in Clear Vinyl mit farbigen Labeln (mit japanisch inspirierten Artwork; natürlich) und einem Gatefold-Cover aus brauner, fast roher Pappe; siebbedruckt mit einem an pflanzliche Zellen erinnernden, schwarzen Muster; zusammengefasst durch ein Obi-Strip mit japanischer Beschriftung und fügt sich so lückenlos in die japanisch inspirierten Artworks vieler anderer Veröffentlichungen von Andrew Chalk ein. Und wer Glück hat(te), konnte alternativ eines von 50 Exemplare der Sonderedition bekommen: musikalisch und hinsichtlich des Covers alles so wie oben beschrieben, dazu aber ein hölzernes Slipcase; in Tischlerarbeit hergestellt, die unversiegelten Holzoberflächen so geschliffen, dass die intensive Maserung hervortritt und punktuell per Siebdruck mit Schneeflocken, dem Mond (oder ist es die Wintersonne?) und dem japanisch geschriebenen Titel gestaltet. Plus einer Ausnehmung zur leichteren Entnahme der Platte. Eine wirklich äußerst verführerische Ästhetik.

(N)

Format: 10"
Vertrieb: An'archives
 

Stichworte:
, , ,