PHILLIPE PETIT & FRIENDS – Cordophony (CD)

Multikollaboration von und mit Phillipe Petit im elektro-akustischen Gewand. „Cordophony“ umfasst 13 Tracks, von skizzenhafter Andeutung bis längerem Opus; teils fast wie eine Version zeitgenössischer E-Musik erscheinend (aufgrund der Orchestrierung), letztlich aber doch stets mit beiden Füßen soweit im Bereich Ambient/ Drone/ Experimental verwurzelt (nur eben mit dem Schwerpunkt auf akustischen Instrumenten im Gegensatz zu den dort „üblichen Gepflogenheiten“), dass kein potenzieller Hörer Angst haben müsste.

Durch den instrumentalen Ansatz bzw. aufgrund der soundlichen Möglichkeiten dieser Art von Instrumenten wirkt die Umsetzung jedoch im Höreindruck (und Vergleich zu diesen üblichen Gepflogenheiten) erheblich frickeliger, teils fast nervös; auch dann, wenn allein über (an sich ruhige) Wiederholungen Atmosphären aufgebaut werden, ganz einfach weil, geschuldet der kürzeren Ausklingzeit einzelner der Instrumente, eben besonders bei tonalen Verdichtungen erhebliche Mehrarbeit geleistet werden muss, um entsprechende Klangwolken aufzubauen. „Cordophony“ erscheint dadurch jedoch auch überaus filigran, nicht die mögliche Klangwucht einzelner Instrumente steht im Vordergrund (und ein Flügel kann sehr wuchtig klingen…), sondern das einzelne Detail im Zusammenspiel der Instrumente. Und der Break in seiner originären Rolle: als spannungsauslösender oder -brechender Eingriff in den Fluss der Dinge; heißt: trotz des Fokus auf eher kürzere Laufzeiten wandeln sich viele der Teile der „Cordophony“ in sich zum Teil mehrfach. (Vermutet) Phillip Petit sorgt aber dafür, dass Gesamtklang und die instrumentale Haltung insgesamt einem großen roten Faden folgen, sogar eine Metadynamik besitzen, die  die einzelnen Abschnitte zu einem einzigen großen Stück zusammenschweißt.

„Cordophony“ lässt die Hörer damit nicht ratlos vor den verschlungenen Anstrengungen einzelner Instrumentalisten, sondern erscheint vielmehr wie ein großes Haus, innerhalb dessen 13 Zimmer immer unterschiedliche Gruppen von Musikern an ihrem Teil des Gesamtwerks spinnen. Welchen Weg die Hörer auch nehmen, es passt. Und das sind Phillipe Petits Freunde auf „Cordophony“ (in order of apearance): Raphaelle Rinaudo, James Johnston, Reinhold Friedl, Hervé Vincenti, Raphaelle Rinaudo, Bela Emerson, Els Vandeweyer, Vladimir Shubin, Alexander Mahnev, Maria Grigoryeva, Ahmad Compaoré, Alison Chesley, Nils Frahm, Manuel Zurria, Richard Harrison, Rob Ellis, Alexander Bruck, Ulrike Haage, Perceval Bellone, Aidan Baker und Adrian Klumpes.

(N)

Format: CD
Vertrieb: HOME NORMAL
 

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