JACK NOVEMBER -s/t (EP)

Es ist jetzt Dezember, das Album von „Jack November“ einen Monat alt und – man glaubt es kaum – spiegel.de hat es bereits besprochen, aber was zählt, ist dass das Album weiterhin gefällt, sobald die ersten paar Töne erklingen. Und die ersten, die man vernimmt, sind die eines klagenden Akkordeons oder Harmoniums und einer ebenfalls melancholisch klingenden Frauenstimme. Nicht völlig aus der Luft gegriffen sind da meine Assoziationen zu ROSE McGOWAN, wenn sie für ROSA MUNDI singt. Noch dunkler und fast schon traurig, klanglich dafür etwas dichter und sich geradezu zum Crescendo aufbauend, klingt das zweite Stück „Angelsite“ und auch „Not Light“ setzt die angenehm „tiefe“ Stimmung fort, wobei hier tief dröhnende, jedoch dezent eingesetzte Gitarren dafür sorgen, dass erst gar kein Gedanke an (akustische) Monotonie auftauchen kann. Inhaltlich und atmosphärisch setzt sich fort, was bei spiegel.de als „Todessehnsucht und Depression“ bezeichnet worden ist, auch wenn ich die Erklärung, dies hätte mit der Herkunft der Sängerin aus einem „Provinznest in Hessen“ zu tun, nicht nachvollziehen kann. Richtig kraftvoll und dabei nicht weniger schwermütig schön wird es dann bei „Moonsorrow“, bei dem nicht zuletzt mit der Textzeile „it keeps me going on“ eigentlich jeder Gedanke an Todessehnsucht weggewischt sein sollte und das wirklich den Höhepunkt auf einer insgesamt gelungenen E.P. darstellt – völlig zu Recht gibt es online von diesem Stück auch einen „Single Edit“, der nicht nur zum Anschnuppern zu empfehlen ist. „Endless Layers“, eine Art Epilog, ist wieder akustischer und auf eine leicht verspielte Art (ertönen da Glocken im Hintergrund?) niedergeschlagen, ohne hoffnungslos zu sein, eine Verquickung von Klang und Gefühl, die Faszination ausübt und die trotz oder gerade wegen der Homogenität dieses kleinen Silberlings dafür sorgt, dass dieser alles andere als langweilig, sondern vielmehr äußerst stimmig und konsequent klingt. Mit ihrer ersten Veröffentlichung legen „Jack November“ ein schönes Stück Musik vor, welches nicht durch Effekthascherei und Image, wie scheinbar auch in „schwarzen Kreisen“ zunehmend notwendig, sondern durch atmosphärische Musik und guten Gesang gefällt und besticht und ich würde mich freuen, noch mehr davon zu hören – und empfehle es, sich diese „novemberhaften“ Klänge anzuhören!

(flake777)

Format: EP
Vertrieb: 8MM MUSIK/ CARGO
 

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