MOOGULATOR – InformationKommunikation (CDEP)

Kommunikationspsychologie ist eigentlich ein alter Hut mit Hochzeit in den 70ern, hat aber mit dem Sprung ins Netz-Zeitalter (wenn Non-Wassermann Watzlawick das geahnt hätte…!) eine neue Bedeutsamkeit erhalten, bei weitem nicht nur im Bereich Human-Kommunikation. Das Netz ist immer nur so klug wie sein Nutzer, soviel steht fest – alles Andere steht in feinstem NEUBAUTEN-Sprech unter dem Motto „Alles Wieder Offen“. Informationszeitalter-Paradigmenwechsel hin oder her, die alte Sender – Empfänger-Kiste erklärt nicht nur verbale Kommunikation oder Informationsverarbeitung/-weitergabe, sondern auch musikalische Interaktion zwischen Musik und Musizierendem, Musik und Hörer – womit der Kreis zu Medien wie dem BLACK ONLINE wieder geschlossen sein dürfte.

Dem Thema Information/Kommunikation hat sich die hier (unter News) bereits erwähnte Ausstellung Ars Urbana gewidmet, zu deren Eröffnung ein Konzert von MOOGULATOR dargeboten und zeitgleich die namensgleiche EP veröffentlicht wird. Der aus Deutschland stammende Mic Irmer aka MOOGULATOR dürfte vielen bereits bekannt sein – nicht nur, weil er schon einige Tonträger bei Ad Noiseam sowie Aentitainment veröffentlicht hat und auch live sehr umtriebig ist, sondern auch, weil er in der Synthesizer-Szene alles Andere als ein unbeschriebenes Blatt ist (z.B. ist er der Herausgeber des Synthesizer-Magazins).

Mit „InformationKommunikation“ jedenfalls erblickt eine liebevoll handgeschraubte Vier-Track-EP das Licht der hiesigen Matrix, deren Stücke den Hörer nicht nur auf eine weite Reise mit vielen konträren Zwischenstopps durch die elektronische Musik-Welt mitnehmen (Route Arktis/Solingen/Regenwald/Mond/Gizeh), sondern die auch durchaus zu Veranstaltungen mit Konzepten wie dem Maschinenfest passen würde. Von gut verfolgbaren Melodiebögen im besten Sinne der Bouncing-Flummi-Methode über sphärisch-ambiente Passagen bis hin zu Rhythm Noise- oder Breakcore/Drum’n Bass-Versatzstücken sowie beat-lastigen Meditations-Exkursen entsteht trotz etwaiger Sprunghaftigkeit dennoch ein Flow, der es ermöglicht, die Poesie der Musik zu genießen und sich nicht auf die Ebene der Technik-Analyse festzuschrauben (Fight Analyse-Interpretation! Atme stattdessen den Inhalt des gebotenen Bildes ein). Schwurbel-Krams; Synapsenverknotungselektronik;  Britzelpop; IDM – nenne es, wie du willst, eine Schublade passt hier sowieso nicht (außer, Du baust eine Kommode, die bis zur ISS reicht und in der Schrödingers Katze Platz hat).

(F.S.)

Format: CDEP
Vertrieb: ARS URBANA/ Aentitainment
 

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