SWITCHBLADE – Switchblade (CD/2LP)

Mit der letzten “Switchblade“ (2009) hatten SWITCHBLADE diesen dreiarmigen Kerzenleuchter eingeführt, live und auf dem Cover der Platte. In 2012 hat dieser nur noch zwei Kerzen, der personellen Entwicklung der Band folgend, wurde konsequenterweise nicht etwa ein neuer Kerzenleuchter angeschafft, sondern einfach einer der drei Halter abgebrochen – interessanterweise der mittlere; die Symmetrie bleibt also gewahrt. Bassist Anders Steen hat die Band verlassen und auch gleich sein Equipment verkauft; klingt wie: ganz neue Wege. Johan Folkesson und Tim Bertilsson haben ohne für Außenstehende bekannt gewordenes Zögern beschlossen weiterzumachen und den verwaisten Posten nicht neu zu besetzen. Die (live; auf den Studioalben von SWITCHBLADE sind Gastmusiker ja ohnehin nichts unbekanntes) nun eingeschränkten harmonischen Möglichkeiten werden zumindest soundmäßig durch ein 3-Amp-Setup (inklusive Bassamp) der Gitarre ausgeglichen, so zu sehen auf dem schönen Gear-trifft-Natur Coverbild. Den Rest erledigt präzises Spiel und Lautstärke. Auch für “Switchblade“ (2012) wurden Gastmusiker dazugeladen: Per Wiberg (Keyboards), The Cuckoo, Jonas Renkse und David Johansson (alle: Gesang). Das Ergebnis baut ein weiteres Mal auf den SWITCHBLADE-Stil mit seinem dauernden Wechsel zwischen Fast-Stille + Statik und Aufbruch/ Ausbruch und verwebt diese Elemente zu drei langen, trotz dreier Gastsänger vorwiegend instrumentalen Stücken, die irgendwie sehr gut zur Vorstellung einer musikalischen Umsetzung schwedischer Natureinöde (positiv gemeint) passen.

Allerdings: SWITCHBLADE 2012 klingen nicht ganz so karg wie SWITCHBLADE 2009; die Gitarre ist irgendwie breiter und scheint auch in den Passagen ohne Keyboarder/ Organist Per Wiberg etwas von diesem Sound in den Riffs zu halten; Johan Folkesson spielt diese zudem öfter in dichterer (nicht unbedingt schnellerer) Tonfolge und in der zweiten Hälfte von “Movement I“ tatsächlich fast traditionell/ kantig/ riffig, einschließlich entsprechend straighteren Schlagzeug. Letzteres wie immer unglaublich präzise + kraftvoll und gleichzeitig räumlich/ atmosphärisch von Tim Bertilsson mit der Gitarre verwoben und unaufhaltsam angeschoben; mit zähfließender Aggressivität auf dem Sprung zum Angriff. Intensiver nach vorn blickend als der Vorgänger, dessen innere Kaputtheit abgelöst durch ein mehr an Bewegung, weniger autistisch. Definitiv ein Killer.  Auf CD und in zwei Vinylfarben, die diesmal limitierte schwarze Version mit einem extra für switchblade gerösteten Kaffee (!!!!!!!). En passender Becher ist natürlich auch zu haben. “the phoenix has risen once again in a new shape and form. this time as a two-headed beast. the adjustment for SWITCHBLADE from trio to duo has been perfected over the course of the last 3 years and this album is the fruit of that labour. SWITCHBLADE is taking one big step forward and two steps backwards.“. Was gibt es mehr zu sagen?

(N)

Format: CD/2LP
Vertrieb: DENOVALI/CARGO
Mailorder: Going Underground
 

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