BEACH HOUSE – Bloom (CD/LP)

An einem Morgen wie diesen – grau und wolkenverhangen – kommt die neue Platte von dem amerikanisch-französischen Duo BEACH HOUSE genau richtig. Die zwei Protagonisten, Gitarrist Alex Scally und Chanteuse Victoria Legrands, zelebrieren nämlich Klänge für die Ewigkeit und legen mit ihrem vierten Album “Bloom“ wieder einmal ein wahres Meisterwerk an verträumten Innovation und gelebter Melancholie vor.

Die beiden in Baltimore lebenden Künstler lieben die Gegenwartskunst wie DAVID LYNCH, CURE, DEPECHE MODE, THE SMITHS, SLOWDIVE, JOHNNY  MARR  etc. – das kann zwangsläufig nur in Dream Pop enden und nicht wie von einigen Kritikern milde belächelt, als „süßlich, flauschige Zuckerwatte“ in Musikform. Zwei Jahre wurde nur live gespielt und hier wurde der einzigartige Soundkosmos von BEACH HOUSE kreiert und perfektioniert, zeitlose Musik mit authentischen Wiedererkennungswert. Die Gegensätze, über die sich BEACH HOUSE definieren, bestehen zwischen Inhalt, Tiefgang und Komposition, die reine Form der Arrangements wirkt gleichzeitig träumerisch und fließend, die Texte verraten den melancholischen Wunsch sich einfach nur hingeben zu können und das am besten zu einem intensiven Gefühl, das die wunderbaren Klänge von BEACH HOUSE zweifelsfrei erzeugen. Die feingesponnenen Songs erinnern teils an die COCTEAU TWINS und die traurigen Momente gehören den Gitarren von z.B. INTERPOOL – was nicht die schlechtesten Referenzen sind. Außerdem erinnern einige Textzeilen in ihrer Traurigkeit und ihrem Schmerz ein wenig an den großen MORRISSEY.

Der Opener “Myth“ war als Single schon ein großes Versprechen in Hinblick auf die Fulltime-Platte, das sich beim berückenden Song “Wild“ fortsetzt, hier  singt Victoria mit tiefer Nico-Stimme zu  fast depressiven Synthieklängen und bei “On The Sea“ wird schwärmerisch und traumverloren in andere Sphären abgedriftet. Bei “Lazuli“, “Troublemaker“, “Wishes“ – funkelt es mächtig mit dunklen Gefühlen und in Moll gestimmte Harmonien durch die hallgetränkten Räume, dazu legt sich ganz unaufdringlich das helle Organ von Sängerin Victoria auf die Klangwellen. So manche Tracks von “Bloom“ erzeugen einfach ein musikalisches  Glitzern und Schillern und man muss fast aufpassen, dass man sich nicht zu tief  fallen lässt, denn desto schwerer findet man in das Hier und Jetzt zurück.

Fazit: “Bloom“ ist besonders schön warmherzig und klangästhetisch geworden, daher einer meiner absoluten Favorits im Bereich Dream Slowpop! Wer also an einem lauen Sommerabend irgendwo ein Glas Wein genießen möchte, sollte zu diesem passenden Soundtrack greifen und wird davon garantiert nicht mehr wegkommen, weil: Achtung Suchtgefahr!

(S.Ericksen)

Format: CD/LP
Vertrieb: COOPERATIVE MUSIC/ UNIVERSAL
 

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