MERE (Gareth Davis, Thomas Cruijsen, Leo Fabriek) – Mere (CD)

In einen Wim Wenders-Film fühlt man sich versetzt beim Hören der Musik von MERE: Eine Wüstenlandschaft samt leergefegter Highways und mit heruntergekommenem Charme kokettierenden Diners, in denen die Bedienungen alle Betty heißen, ersteht bereits bei den ersten Klängen der Ambient-Jazz-Gruppe vor dem inneren Auge. Sofort fällt mir RY COODERs karger Soundtrack zum Roadmovie “Paris, Texas“ ein und die zum Inventar eines popkulturellen Mythos gewordenen amerikanischen Szenerien, die COODER mit seiner Musik so kongenial untermalte. Das Trio MERE, bestehend aus dem Bass-Klarinettisten Gareth Davis, dem Gitarristen Zhomas Cruijsen und dem Drummer Leo Fabriejk kam ursprünglich tatsächlich zusammen, um mit ihren Klängen eine TV-Dokumentation zu begleiten. Dabei entstand die Musik dieses Trio-Debüts unter dem Namen MERE. Viele Einflüsse und großes musikalisches Können machen sich bemerkbar: Jazz und Folk, Ambient und Pop fließen zu einer unaufdringlichen, aber anspruchsvollen Melange zusammen. Damit dürften MERE unter den Liebhabern aller genannten Genres sowie unter jenen von epischen Soundtracks ihre Hörer finden. Es gibt nur einen Kritikpunkt: Die Platte ist viel zu kurz. Die drei in jeder Hinsicht erstklassigen Tracks könnten gerne doppelt so lang sein, ohne dass die geringste Langeweile aufkäme. Bleibt zu hoffen, dass bald ein Album des Trios ansteht.

(M.Reitzenstein)

Format: CD
Vertrieb: GIZEH
 

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