SANKT OTTEN – Sequencer Liebe (CD)

Der schwarze Bruder der roten Schwester. Nach „Gottes Synthesizer“ jetzt „Sequencer Liebe“. Wieder mit einem Cover von Salustiano Garcia Cruz. Und wie immer (?) kann man an den Titelnamen von Platte und Tracks Spaß haben, man sollte ihnen aber nicht trauen: ganz im Gegensatz zu den launigen Titeln und auch im Gegensatz zu der fast überbordenden „Gottes Synthesizer“ ist das neue Album mehr ein Nachtflug; zwar ist Synthie die Liebe der Sankt Ottens geworden, keine Frage (spätestens seit eben „Gottes Synthesizer“), Oliver Klemms E-Bow Gitarre steht 2012 aber wieder mehr im Vordergrund; der dadurch an sich schon melancholische (Gitarren) Sound und die melancholischen Stücke bleiben dabei auf der tendenziell ruhigeren Seite und klingen nach Dunkelheit, nach einer Weite im Alleinsein; allein „Der heilige Schmerz“ ist Uptempo mit taktiertem Synth-Drive. Aber auch da hält die Gitarre die Stimmung fest im Griff und lässt das Stück mehr wie ein Irren in dunklen Gängen wirken als ein Aufbruch ins Irgendwo… Und, egal wie lustig einzelne der Titelnamen auf den ersten Blick klingen mögen, im Ganzen gesehen liegt dennoch etwas dunkles darüber, eine zweite Bedeutungsebene jenseits von Humor. Auch wenn dies nicht wirklich neu ist im Hause Sankt Otten, auf der vorliegenden „Sequencer Liebe“ ist die Kohärenz zwischen den janusköpfigen Titeln und der Musik sehr stark, stärker als beim Vorgänger. „Sequencer Liebe“ geht dadurch irgendwie tiefer, kein Stück dominiert das Ganze, ein durchgehender Trip, einschließlich des tendenziell versöhnlichen „Ende Gelände“ als, klar, Abschluss. Und: in dieser Form ist Liebe zum Synthie definitiv keine Sünde (sondern eine wert…)

(N)

Format: CD
Vertrieb: DENOVALI/CARGO
Mailorder: Going Underground
 

Stichworte:
, , , ,