THE SEARCH – Staying Alive In A Country Industrialized (CD)

Aus dem Norden unseres Planeten kommt, rein musikalisch gesehen, fast nur Gutes, ob Finnland, Norwegen oder in diesem Falle – Schweden. Die Band um die es sich diesmal dreht, heißt THE SEARCH und haben gerade ihr viertes Album veröffentlicht. Ursprünglich mit sechs Mitgliedern gestartet, sind THE SEARCH inzwischen zu einem Quartett um den charismatischen Frontmann und Songschreiber Razmig Tekeyan geschrumpft, was der Musik dieser Gruppe aber keineswegs geschadet hat. THE SEARCH kommen aus Uppsala und liefern uns lupenreinen, retromäßigen und gitarrenorientierten Indiepop in der Tradition von Gruppen wie THE SOUND, AREA, SAD LOVERS & GIANTS, THE MOON SEVEN TIMES, THE MARY ONETTES oder JENNIFEREVER, CHAMELEONS, THE ESSENCE und vielen mehr.

THE SEARCH verleugnen ihre Wurzeln aber keineswegs, sondern interpretieren diese dann gleich mal in einem modernen Soundgewand, welches durch EDITORS, INTERPOL und I LIKE TRAINS wieder hoffähig wurde. Zudem wurde Kristofer Jönson von JENNIFEREVER verpflichtet, er prägte die dunklen atmosphärischen Parts, wie diese von seiner Hauptband bekannt sind. Die Einflüsse der zehn Ohrwürmer spiegeln den eher anspruchsvollen Sound der 80er wider und werden mit Pop Post Punk und einfühlsamen Gitarren Wave zelebriert, die intensiven Stücke sind melancholisch fein „gewebt“ worden und werden von einem fantastischen, ausdrucksstarken Sänger begleitet. Beim Auftakt  „Staring into a Screen“ erklingt ein treibend waviger Sound, der mit einer Slideguitar unterfüttert ist, während „Losing Touch“ eine prachtvolle Midtempoballade iszt, „Let`s Make Babies“ wiederum soll kein plakativer Aufruf zu mehr Weltbevölkerung sein, sondern präsentiert uns einen genialen Post Punk Wave Song und die hymnenhafte Ballade „This Bird Doesn`t Sing Anymore“ beschließt die neue Veröffentlichung würdevoll.

Das Ganze wird leichtfüßig und voller Spielfreude, aber zum Glück ohne, allzu düsteren Schwermut präsentiert. THE SEARCH zeigen auf jeden Fall eine Menge Mut zu Emotionen und ganz großen Gefühlen, aber ohne dabei in den Kitsch abzudriften. Das Geheimnis entsteht vielleicht auch dadurch, dass THE SEARCH immer kurz vorm Einlullen der leisen und unterschwelligen Melancholie ein paar straighte Gitarrenriffs aufziehen und so einen gewissen, elegischen Gefühlsausdruck gepaart mit einer leisen Dynamik entstehen lassen, die die Klänge von THE SEARCH äußerst spannend gestalten. Denn: Das Leben ist doch eigentlich zu kurz für langweilige Musik.

(S.Ericksen)

Format: CD
Vertrieb: DANSE MACABRE/ALIVE
 

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