Mit “We Will Always Be“ legt das amerikanische Duo Windy & Carl das wohl persönlichste Album in der Bandhistorie vor. Ursprünglich als Valentinstaggeschenk Carls an Windy gedacht, fanden die Stücke via Kranky schließlich den Weg in die Öffentlichkeit. Sie zeugen von der immerwährenden Verbundenheit des Paares. Im letzten Gespräch dieses Magazins mit dem Duo aus Dearborn/ Michigan wurden die Spots noch auf die Fertigstellung und den Endmix des Albums gerichtet. Nun ist es an der Zeit, über das Resultat zu reflektieren. Wie alle Arbeiten der Amerikaner steuert “We Will Always Be“ etwas im Hörer an, was die Kompassnadel vieler Veröffentlichungen anderer Bands und Projekte verfehlt. Windy & Carl hören, heißt zweien zuzuhören, die musikalisch verschmelzen. Es beschleicht einen nicht selten der Eindruck, hier würden zwei nur für sich spielen, hier lauschte man einem Paar bei der Unterhaltung. Dieser Anschein wird von dem hohen Maß an Intimität getragen, die zwischen Windy Weber und Carl Hultgren herrscht. Zudem trägt “We Will Always Be“ eine äußerst bejahende Grundstimmung ins sich. Wer dabei Windys Aussagen zu ihrer gegenwärtigen persönlichen Situation folgt, merkt, dass das Album die beiden Musiker als Person gut erraten lässt. Doch genug der Vorrede…
? Am 14. Februar ist Euer neues Album “We Will Always Be“ auf Kranky erschienen. Was könnt Ihr uns über den Entstehungsprozess des Albums berichten?
Windy: Der Großteil der Songs ist aus Stücken entstanden, an denen Carl allein gearbeitet hat. Für unsere Aufnahmen verwenden wir in der Regel ein 8-Spur-Gerät. Carl hatte 33 Minuten Material aufgenommen, bei dem die Songs auf verschiedene Weise ineinander übergingen. Dadurch war nicht mehr so viel Raum vorhanden und als er mich fragte, ob ich an diesen Stücken mitarbeiten wollte, boten sich für mich nicht viele Möglichkeiten, um etwas hinzuzufügen. Für die neueren Stücke, die er mir zum Valentinstag geschenkt hatte, verwendete er ein digitales Aufnahmegerät. Dadurch hatte ich viel mehr Platz und Freiheit, an den Stücken zu arbeiten, dennoch habe ich nur Kleinigkeiten an den Tracks ergänzt. Ich fand, dass sie liebevoll und fertig klangen und ich wollte nicht, dass die Stücke durch überflüssige Hinzufügungen vermasselt werden.
? Wie du bereits angedeutet hast, war “We Will Always Be“ eigentlich als ein Valentinstaggeschenk von Carl angedacht. Wenn Ihr das Album heute hört, findet Ihr da immer wieder kleine Hinweise auf die eigentliche Geschenkidee?
Windy: Auf jeden Fall, vor allem beim Track “For Rosa“. Ich schrieb den Text basierend auf den Vorstellungen, die durch die Musik bei mir hervorgerufen wurden und die mich tief in meinem Herzen berührt haben. Carl hat mir die Musik als Zeichen seiner Liebe gegeben und ich wollte, dass bereits der erste Track unsere Verbundenheit zeigt. Der erste Track ist mein persönliches Lied an ihn und ein sehr öffentliches Statement darüber, wie sehr ich ihn liebe.
Carl: Drei Songs, die ich für Windy aufgenommen habe, finden sich auf dem neuen Album wieder und wir haben diese gemeinsam für “We Will Always Be“ bearbeitet. Einige andere Songs stammen aus einer einen Monat andauernden Aufnahmesession im Sommer 2010. Den Rest habe ich 2011 aufgenommen. Als ich die Aufnahmen Windy vorspielte, hatte sie Ideen für die Bearbeitung einiger dieser Stücke. Im Grunde hatten wir für diese Stücke kein wirkliches Ziel vor den Augen, geschweige denn den Gedanken, sie für unser neues Album zu verwenden bis wir damit begannen, sie alle zusammenzufügen. Kurzzeitig hatte ich darüber nachgedacht, die Stücke für ein mögliches Solo-Album zu verwenden, aber das war nicht wirklich das, was ich wollte, vor allem im Hinblick darauf, dass einige dieser Songs als Geschenk zum Valentinstag bestimmt waren.
? Vier Jahre sind vergangen, seit Euer letztes Album “Songs For The Broken Hearted“ erschienen ist. Welche Rolle spielt Zeit für Eure Arbeit?
Windy: Wenn wir an Musik arbeiten, dann investieren wir viel Zeit dafür, das heißt, in einer Zeitspanne von sechs oder zehn Monaten kann es passieren, dass wir jeden Tag unsere Gitarren spielen und Texte schreiben. Danach “verstummen“ wir wieder. Die letzten vier Jahre waren wir sehr beschäftigt – 2009 waren wir auf Tournee, danach haben wir einen Welpen adoptiert, haben uns um unseren Garten gekümmert und nach einem neuen Haus gesucht. Dann sind wir umgezogen und mussten uns zudem um viele andere Dinge des alltäglichen Lebens kümmern, deshalb gab es nur wenig Raum, kreativ zu sein. Wie dem auch sei, seit wir in unserem neuen Haus leben, haben wir viel Musik geschrieben. So werden wir dieses Jahr am Record Store Day eine neue 12“ herausbringen, die eine Spieldauer von 40 Minuten haben wird und auf der vier Songs enthalten sein werden.
Carl: Wir haben die letzten drei Jahre nicht durchgängig an unserem neuen Album gearbeitet, sondern immer nur dann, wenn wir uns inspiriert gefühlt haben. Im Sommer 2010 habe ich, wie bereits erwähnt, einen Monat lang nur damit verbracht, Stücke aufzunehmen. Vielleicht hätte ich im darauffolgenden Monat alles fertigstellen können, aber es ist nicht immer leicht, dieses hohe Tempo aufrecht zu halten. Deshalb habe ich mich erst einige Zeit später wieder mit diesen Stücken befasst und weiter an ihnen gearbeitet.
? Welche Rolle spielt das aktuelle Album im Veröffentlichungskanon von Windy & Carl?
Windy: Es zeigt uns als ein Wesen, es spiegelt unsere Gefühle uns gegenüber wider und gleichzeitig verdeutlicht es, wie wir uns musikalisch weiterentwickeln. Ich hoffe, dass es ein Zeichen dafür ist, dass wir unser ganzes Leben Musik machen werden.
? “We Will Always Be” ist, wie bereits ausgeführt, ganz anders entstanden, als Eure bisherigen Alben entstanden. Habt ihr dabei auch etwas über Euch erfahren?
Windy: Ja. Nach einer Phase, in der es viele Turbulenzen zwischen uns gab, ist es wundervoll zu sehen, dass wir uns immer noch lieben, dass wir uns nah sind und wir alles schaffen können, wenn wir zusammen arbeiten. Niemand von uns ist perfekt. Wir haben alle unsere Probleme und unsere Fehler, trotzdem lieben wir uns und möchten unser Leben miteinander verbringen. Und für all das bin ich sehr dankbar.
? Gibt es Augenblicke, in denen Ihr Eure älteren Aufnahmen hört und Euch plötzlich an eine Begebenheit erinnert, die mit den Aufnahmen verbunden war? Gibt es da vielleicht eine kleine Geschichte, die Ihr unseren Lesern erzählen wollt?
Windy: Bei “Antarctica“ kann ich mich daran erinnern, dass ich Carl wegen eines Keyboardeffektes gefragt habe und er mir diesbezüglich etwas erklärte. Ich ging die Treppe hinunter und arbeitete an dem Effekt, indem ich einfach eine Taste drückte – das Ergebnis klang großartig. Dieser Sound berührte uns beide und ich hörte wie Carl durch das Haus rannte und mit einem Aufnahmegerät zu mir kam. Dann nahm ich meinen Bass und begann zu spielen und Carl schloss seine Gitarre an, wodurch ein knackendes Geräusch erzeugt wurde, welches er dann loopte. So entstand das gesamte Stück – wir haben alles ohne Overdubs aufgenommen. Wenn ich “Antarctica“ höre, wird mir bewusst, welche Magie zwischen uns während des Kompositionsprozesses herrscht.
? Ihr wirkt im Umgang miteinander unglaublich liebevoll. Wie spürt Ihr Euer Miteinander während des gemeinsamen Komponierens/ Spielens?
Windy: Jede Form von Emotion. Manchmal werden wir so wütend aufeinander – es ist schwierig konstruktive Kritik von deinem Lebenspartner anzunehmen, ohne sich persönlich angegriffen zu fühlen. Aber da ist auch eine Menge Liebe, wir haben eine Verbindung miteinander, die keiner von uns mit jemand anderem hat und dadurch ist es möglich, dass so viele großartige Dinge passieren, wenn wir gemeinsam spielen.
Carl: Die überwiegende Zeit, wenn wir spielen – sei es öffentlich oder privat – spüre ich eine besondere Verbindung zu Windy. Für mich fühlt es sich perfekt an und das Spielen bringt uns noch näher zusammen. Während eines Live-Settings spielen wir gelöster und improvisieren mehr, was uns beiden meistens sehr entgegen kommt.
? Nicht wenige Autoren sehen in der Liebe das, was den Menschen mit der Gewissheit versöhnt, dass er irgendwann sterben muss. Wiederum andere sehen in der Liebe auch die Möglichkeit einer heilenden Kraft. Findet Ihr Euch in diesen Darstellungen wieder? Was bedeutet ein Begriff wie “Liebe” für Euch?
Windy: Liebe ist: Verständnis; Großzügigkeit; eine Umarmung, wenn man sie dringend benötigt; dass ich meinen besten Freund immer bei mir habe (auch wenn wir physisch getrennt sind); Sicherheit; Akzeptanz und Unterstützung. Carl unterstützt mich sehr. Er bringt mich zum Lachen, er weiß, was ich denke und ich bin niemals allein, egal was passiert. Liebe ist ein Geschenk – jeden Tag.
? Ist die Leidenschaft für Musik und die Leidenschaft für jemanden in Euren Augen miteinander vergleichbar?
Windy: Leidenschaft ist ein starkes Wort. In gewisser Weise liebe ich Musik wie ich Carl liebe. Carl und die Musik erreichen mich, wie sonst niemand.
? Habt Ihr einen Lieblingstrack?
Windy: “Fainting In The Presence Of The Lord“ ist mein Lieblingstrack, weil ich finde, dass Carl auf diesem Stück seine beste Gitarrenarbeit abgeliefert hat. Die Art wie wir den Song zusammengesetzt haben, ist sehr gut gelungen und ich liebe den Titel des Stückes. Seltsam ist, dass uns keiner jemals nach der Bedeutung oder nach der Entstehung von Titeln gefragt auf dem aktuellen Album?
? Wann ist für Euch ein Stück fertig?
Windy: Da wir nur mit einem 8-Spur-Gerät arbeiten, ist ein Stück im Grunde dann fertig, wenn alle Spuren voll sind. Aber letztlich ist die Arbeit an einem Track beendet, wenn wir das Gefühl haben, dass er “richtig“ klingt beziehungsweise so klingt, wir er klingen soll. Manchmal verbringen wir Monate damit, einen Song abzumischen.
Carl: Häufig nehmen wir mehr Spuren auf, als wir eigentlich benötigen. Dadurch haben wir eine Auswahl an Ideen, die zusammenpassen oder nicht. Manchmal nehmen wir ein paar verschiedene Spuren auf, manchmal benötigen wir mehr Spuren, um herauszufinden, welche sich gut miteinander verbinden lassen, um einen Song zu kreieren. Ich bin stets darum bemüht, dass die Stücke nicht zu überladen klingen, denn sonst besteht die Gefahr, dass die ursprüngliche Intention und das ursprüngliche Gefühl verloren gehen.
? Welche Bilder ruft die Musik von Windy & Carl Eurer Meinung nach hervor?
Windy: Allgemeine Dinge, die wir mögen: Bäume, Natur, verschiedene Farbtöne. Unsere Musik scheint viele Wasserbilder zu erzeugen, sei es klares stilles Wasser oder stürmische Meere.
? Welchen Stellenwert haben Lyrics für Eure Musik?
Windy: Meine Texte beruhen häufig auf Träumen, die ich hatte und die von der geheimnisvollen Welt in meinem Kopf handeln, wenn ich schlafe. Dann wiederum gibt es aber auch Texte, in denen es um alltägliche Dinge beziehungsweise um die Welt um mich herum geht. Manchmal beschäftige ich mich aber auch mit Sachen, die ich persönlich durchlebt habe. Der Großteil der Stücke auf “Songs For The Broken Hearted“ handelt von dem Umgang mit meinen Unsicherheiten und dem Zurückfinden von dem, was ich im Leben möchte während mir alles zu entgleiten schien. Auf dem neuen Album geht es eher um das Positive, was die Zukunft bringt und wie man den Weg zum Glücklichsein findet.
? Glaubt Ihr, dass Texte manchmal auch die Musik in einer gewissen Weise beeinträchtigen?
Windy: Ja, sehr oft kann ich den Gesang von jemand Anderem nicht ertragen. Stimmen haben einen speziellen Klang für mich und seit mein Hören merkwürdig und beeinträchtigt ist, bin ich sehr speziell in Bezug auf Stimmen. Zudem können Texte meine Vorstellung, die ein Song in mir hervorruft, vollkommen ruinieren, deshalb ist instrumentale Musik manchmal am besten.
Carl: Für mich passt die Stimme von Windy sehr gut zur Musik. Offensichtlich haben nicht viele unserer Songs Vocals und wenn, dann sind sie eher ein Teil der Musik und nicht zu laut, um nicht zu sehr von den eigentlichen Ideen und den Eindrücken der Stücke abzulenken.
? Was waren Eurer Meinung nach wichtige Wegmarken in der Bandgeschichte von Windy & Carl?
Windy: Die Veröffentlichung unserer ersten Single, der erste Auftritt beim Terrastock-Festival, die Möglichkeit großartige Künstler kennenzulernen und die daraus resultierenden Freundschaften, die Zusammenarbeit mit Kranky. Ich könnte die Liste unendlich weiterführen, aber das Genannte dürfte ausreichen.
? Welche Musik hört Ihr zurzeit?
Windy: Wir hören so oft wir können Dan Bejar. Während wir gerade die Fragen beantworten, läuft sogar DESTROYER. Seine Musik ist wundervoll und seine Texte sind so multidimensional. Außerdem liebe ich seine Stimme! Leyland James Kirby hat dieser Tage großartige Musik herausgebracht und es gibt sehr viele Wiederveröffentlichungen, die es wert sind gehört zu werden, zum Beispiel das Terry Riley-Album auf Tzadik. Und ich finde das neue Album von DIRTY THREE fantastisch.
Carl: Ich habe einen sehr breitgefächerten Musikgeschmack. An einem Tag höre ich Soul und Funk aus den 60ern und 70ern, an einem anderen Tag höre ich Pop und Rock-Musik. Außerdem höre ich gern Jazz und Flötenmusik der 60er Jahre. Von BEACH BOYS und Musik aus Kalifornien der 60er und 70er Jahre kann ich nie genug bekommen. Die Musik einiger neuer Indiebands mag ich ebenfalls. Aber wie gesagt, es ist schwer vorherzusagen, was ich am nächsten Tag hören werde.
? Was muss ein Song haben, damit Ihr Euch von ihm angesprochen fühlt?
Windy: Er muss eine bestimmte Stimmung besitzen und mich emotional ansprechen. Für mich spielt der Klang eine große Rolle. Ich habe einen Hörschaden und kann nichts hören, was zu basslastig oder zu hochgepitcht ist, ohne dabei Schmerzen oder Übelkeit zu empfinden. Bestimmte Bassklänge führen dazu, dass ich mein Gleichgewichtsgefühl verliere. Es hängt von so vielen Komponenten ab, ob mir etwas gefällt, deshalb fällt es mir schwer, mich diesbezüglich auf etwas festzulegen.
Carl: Ich mag eine Menge “Pop“-Musik, aber keinen Mainstream-Pop. Auch wenn es seltsam klingt, ich höre nur sehr selten die Art von Musik, die wir machen.
? Gibt es andere künstlerische Felder, die Euch und Eure Musik beeinflussen?
Windy: Darstellende Kunst ist für uns eine gute Möglichkeit, unseren Geist anzuheizen. Ein Ausflug ins Museum kann uns mit Inspirationen anfüllen, um an neuer Musik arbeiten zu können. Das kann klassische Kunst, alte Kunst oder neuere Kunst sein, zum Beispiel von unserem Freund Davin Brainard, dessen Arbeiten überall bei uns im Haus zu finden sind. Seine Kunst verwenden wir auch für unsere Flyer und für Interviews. Außerdem mag ich Keramik, Glasuren und Kacheln.
? Eigentlich wolltet Ihr dieses Frühjahr nach Europa kommen, jedoch habt Ihr die Tour mittlerweile abgesagt. Worin lagen die Gründe für diese Entscheidung?
Windy: Die Booking Agentur, die uns nach Europa bringen wollte, schien kein Glück damit zu haben, eine Tour für uns zusammenzustellen, beziehungsweise wäre der finanzielle Ertrag nicht hoch genug gewesen, damit es sich gelohnt hätte. Seit wir umgezogen sind, fühlen wir uns Zuhause äußerst wohl, vor allem weil wir hier sehr kreativ sind. Wir arbeiten am besten, wenn wir uns inspiriert fühlen, deshalb werden wir Zuhause bleiben, im Garten arbeiten, malen und diesen Sommer neue Songs schreiben.
Carl: Als die Deadline näher rückte, schien die Agentur nicht in der Lage eine Tour für uns zu organisieren, worüber wir unglücklich waren, da wir uns sehr auf unsere erste Europa-Tour nach 12 Jahren gefreut hatten. Zunächst wollten wir drei bis vier Wochen unterwegs sein, dann wurden es weniger als zwei Wochen und schlussendlich sollten wir nur ein oder zwei Festivals spielen. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keine konkreten Pläne, um in naher Zukunft nach Europa zu kommen.
? Wie steht Ihr generell Live-Auftritten gegenüber?
Windy: Es ist hart, es ist frustrierend. Während wir spielen, erreichen wir mental und spirituell einen Ort, an dem wir nichts anderes tun können. Wenn wir vor Publikum auftreten, können wir manchmal diesen Ort betreten – das ist eine Art religiöse Erfahrung, ein tranceartiger Zustand, in dem die Musik durch uns fließt und wir uns in einen Rausch spielen. Dadurch wird zu großen Teilen unsere Kreativität angetrieben – das Flüchtige, das Schwerfassbare, das Rauschhafte, was wir manchmal einfangen können. Wenn wir Abend für Abend auf der Bühne stehen, versuchen wir diese Energie und diese Funken immer wieder zu erzeugen. Aber oft passiert das nicht, worüber wir dann sehr frustriert sind. Es ist nicht so, dass unsere Performance schlecht ist, aber der Punkt, dass wir mit dem Auftritt nicht das erreichen, was wir erreichen wollen, führt dazu, dass wir uns danach leer und traurig fühlen. Das Publikum hat die Performance vielleicht gemocht, aber wir sind erschöpft und das macht es schwieriger jeden Abend aufzutreten. Aber an Abenden, an denen alles passt, ist es magisch.
? Mögt Ihr es generell unterwegs zu sein?
Windy: Nicht besonders. Ich habe Probleme mit Wegbeschreibungen, deshalb verfahre ich mich oft. Des Weiteren kann ich keine Meeresfrüchte essen, was dazu führt, dass ich sehr nervös in Bezug auf das Essen am Veranstaltungsort bin. Ich mag es nicht auf dem Boden oder auf der Couch zu schlafen, sondern bevorzuge eher ein Hotelzimmer, aber meistens ist dafür nicht genügend Geld vorhanden. Dadurch, dass die Fahrten sehr lang sind, werde ich häufig mürrisch. Wenn wir mit Leuten fahren, die ich sehr mag, werde ich immer traurig, nachdem wir uns wieder getrennt haben – nach der Westküstentournee mit Brian Foote von NUDGE und Adam Forkner von WHITE RAINBOW habe ich stundenlang geweint. Die ganze Sache ist mir zu emotional, aber die Wahrheit ist wahrscheinlich, dass ich zu emotional für das Touren bin.
Carl: Das ist schwierig zu sagen – manchmal ist es großartig und ein anderes Mal ist es sehr anstrengend. Ich bin lieber mit Windy allein auf Tour vor allem, wenn wir weite Entfernungen zurücklegen müssen und nicht so viel Konzerte in einem kurzen Zeitraum spielen. Auch die Möglichkeit mit Freunden, die wir nur selten sehen, Zeit zu verbringen, macht das Ganze lohnenswert. Aber wie gesagt, am liebsten bin ich mit Windy allein (zum Beispiel, wenn wir durch die Wüste fahren) und wir Zeit miteinander verbringen können, ohne dass noch jemand dabei ist.
? Welche Pläne habt Ihr für das Jahr 2012?
Windy: Neue Musik, einen großen schönen Garten, im Juni werde ich 40 (wir werden eine große Party veranstalten) – ich weiß noch nicht, was sonst noch passieren wird. Wir werden sehen, was das Jahr bringen wird.
Carl: Das Arbeiten an einem neuen Album! Ich habe eine neue Valentinstag-CD (2012) für Windy aufgenommen – vier oder fünf Stücke davon werden auf unser neues Album kommen, an dem wir in den nächsten Monaten arbeiten werden. Zudem gibt es eine geringe Chance später in diesem Jahr nach Europa zu kommen und vielleicht wird es einige Auftritte in den USA geben.
? Was bleibt noch zu sagen?
Windy: Wir sind sehr dankbar, dass Leute unsere Musik hören. Wir lieben es, Musik zu kreieren und es ist ein wahres Geschenk für uns, zu schreiben und aufzunehmen. Wir sind dankbar für Interviewanfragen und für die netten Briefe und Emails, die wir von unseren Fans erhalten. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir uns in einem Stadium im Leben befinden, in dem wir uns unsere Träume erfüllen und andere Menschen mit Musik Freude bringen können. Es ist toll, solch eine lange und erfolgreiche Karriere zu haben.
Vielen Dank an CVG für die Unterstützung!
(D.L., S.L.)
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