AIDAN BAKER – Closure Axioms + Live @ Open Frame, 101006 Brisbane (CD)

Eine neue Aidan Baker auf einem neuen Label, als Bonus ein Live-Download aus Australien. „Closure Axioms“ ist einerseits ein typisches Aidan Baker Drone-Album mit seinem Trademark Sound (hier, auf „Closure Axioms“ in besonders voller und warmer Klangqualität), weitstreichende Ambientflächen und dem bekannten, verführerischen Aufbau. Andererseits nicht nur das.

Das fängt schon mit der #1, „Preclosure Operator I“ an, über weite Teile als gezupfte Akustikgitarre, eingebettet in einen weit entfernten Hintergrund-Drone, von dem ausgehend die Soundscapes immer stärker wachsen und in einem stetigen, aber dynamischen Fluss aufeinander wie ineinander verschränkt folgen, bis bei #8, „Open Set II“, wiederum ein Akustikgitarren-Thema die Drones erweitert/ ergänzt/ dominiert und sogar, durch weitere Motive, noch wesentlich weitergeführt wird. Bis plötzlich zusätzlich ein Bass einsetzt (oder eine so klingende, weitere Gitarre), die harmonieführende Gitarre (in diesem Zusammenhang) fast schon atonal wechselt und gegen Ende dieses letzten Stücks „Closure Operator“ durch eine repetitive Struktur ganz weit hinten sogar noch so etwas wie die Andeutung von Rhythmus entsteht. Definitiv eine der Aidan Baker-Veröffentlichungen mit diesem Time-Streching-Effekt für die Hörer, eingefasst durch eine Klammer formal greifbarerer Tracks. Das Ganze im 6-Panel Digipack mit in der Petrischale gezüchteten Artwork.

Das rund 35minütige Aidan Baker-Konzert aus Brisbane von 2010 (der Download Teil dieser Veröffentlichung) passt von der Stimmung (und dem ebenfalls warmen, vollen Sound) hervorragend. Eine Entwicklung von einem reduziert tieffrequenten ersten Teil mit einer Meute rhythmischer „Störungen“ ganz hinten, aus der heraus Aidan Baker den Weg zu einer strahlend hellen Schichtung findet, die eigentlich nie aufzuhören brauchte und (Psychoakustik?) irgendwann sogar so zu klingen scheint, als ob ein ganzer Chor die Gitarrenschichtung unterstützen würde. Auch hier mit Details im Hintergrund, die die Statik vorn hinterhältig voranschieben. Dann, als dritter Teil, ein völlig unerwarteter Wechsel in Richtung Streicher, die Gitarre als Viola, als Cello, mit verblüffender Annäherung im Sound. Zuerst allein, im weiteren sich selbst aufgreifend und umspielend, deep… Und, natürlich, dann wieder wachsend, in Volumen und Breite, aber auch Detail. Einschließlich des Wegs zurück. Nicht wirklich neue, trotzdem sehr schöne Aidan Baker-Veröffentlichung, besonders in der Kopplung.

(N)

Format: CD
Vertrieb: MISKATONIC SOUNDLAB
Mailorder: Going Underground
 

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