JEFRE CANTU-LEDESMA – Conversations With Myself (CD)

Bis auf die Schreibweise ein geborgter Titel von einem Artist aus dem gleichen Genre mit (zumindest weitgehend) gleichen Instrumentarium. Zwei Jahre nach der großartigen „Love Is A Stream“ veröffentlicht Jefre Cantu-Ledesma eine neue CD und Aufmachung und Inhalt scheinen darauf hinzuweisen, dass es so etwas wie eine „Zwischendurch-VÖ“ ist, kein neuer Eckpfeiler in der Diskografie.

Derartige Bescheidenheit ehrt (und von der Warte der Erwartung unglaublicher Neuerungen als Voraussetzung für Meilensteine betrachtet, mag die vermutete Selbsteinschätzung ja sogar ihren Wahrheitsgehalt haben), ist im Fall von „Conversations With Myself“ aber trotzdem nicht nötig. Selbst das mit Klebestreifen(!) seitlich wie provisorisch zugeklebte, wie handbeschriftet erscheinende Cover (Pappstecktasche) ist nicht nur eine weitere Idee, Produktionskosten trickreich einzusparen (und die CD wird denn auch für einen sehr günstigen Preis verkauft), sondern weiß in seiner selbstverständlichen Lässigkeit auch sehr zu gefallen (mir zumindest).

Die 5 Selbstgespräche, vermutlich nur mit Gitarre und Effekten entstanden, bleiben weit entfernt von den unüberwindlichen Distortion-Klippen von „Love Is A Stream“ oder der noch davor liegenden „Shining Skull Breath“; ein paar ganz verwehte Drones ganz weit im Hintergrund und darüber schaukelnde Appreggios, mal fast träge (im positiven Sinne) wie auf der #1, mal dichter, sich aufschichtend (#2+#3) und dann wieder, mit #4 + #5, entspannter, bei letzterem Track mit einem zusätzlichen Melodiebogen, der den Charakter als Abschluss aufs beste (weil subtil + intuitiv bemerkbar) betont. Auffällig: alle Stücke beginnen abrupt, fallen quasi mitten hinein und hören auch ebenso auf; wie Ausschnitte aus viel längeren (Loop?) Studien. Erstaunlicherweise ohne dass diese doch recht harten Brüche der Gesamtstimmung schaden könnten.

Gesamtstimmung ist dann auch das zentrale Stichwort: „Conversations With Myself“ ist mit seinem leicht glitzernden Sound der Hauptmotive über den etwas dunkleren Hintergründen und seiner in diesem Genre beispielhaften (weil seltenen) Transparenz wie aus einem Guss. Ganz offensichtlich mit dem gleichen Instrumentarium, mit wenig Veränderung in den Settings zwischen dem Einspielen der einzelnen Stücke und in kurzer Zeit in direkter Folge eingespielt. Unheimlich einnehmend und viel zu schade, um nur Selbstgespräch zu sein.

(N)

Format: CD
Vertrieb: SHINING SKULL
 

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