PLANNING FOR BURIAL – Interview

21. Januar 2012

Wenn davon gesprochen wird, dass “an feine Ohren gute Kunde geht“, ist auch PLANNING FOR BURIAL gemeint. Das amerikanische Einmannprojekt veröffentlichte aus dem Schatten des eigenen Zuhauses bereits diverse Soundkleinode. Seit kurzem hat Thom auf Enemies List Home Recordings eine neue Veröffentlichungsheimat gefunden. PLANNING FOR BURIAL hören, heißt immer auch Nuancen wahrnehmen, die vorher noch nicht so wahrgenommen wurden – Sounds nachspüren, die so noch nicht erklangen – und schließlich sich einem Strom anheim geben, der einen leicht aus den Niederungen des Alltäglichen fortspülen kann. Es ist kleiner Zauber, der das amerikanische Projekt umgibt und der sich leicht auf den Hörer überträgt und so seinen Mantel um ihn wirft. Gleich einer Art musikalischen Bewusstseinsstroms verleiht Thom diesem über seine Instrumente Ausdruck. Nun ist diese Sprache keine leicht verständliche, da ihre Grammatik komplexer und ihr Wortschatz mannigfaltiger ist. Das nun folgende Interview trägt nicht den Impuls, den Zauber PLANNING FOR BURIALs aufzulösen. Vielmehr gilt es hier dem Magischen auf der Spur zu bleiben…   Diesen Beitrag weiterlesen »

GATES – Interview

2. Januar 2012

“Ich beobachte in letzter Zeit immer mehr zum Teil recht junge Leute, die ihre Tracks untereinander austauschen, zumeist via Internet. Da habe ich ein paar unerbittliche Sachen gehört, die mich durch ihre absolut non-kommerzielle Ausrichtung begeisterten.“ Diese Aussage wurde von Jürgen Weber im Herbst 2009 getätigt. Erstaunlich daran ist zweierlei. Zum einen beweist er ein feines Gespür für eine Entfaltung, die sich am besten unter dem Begriff “new home recording“ subsumieren ließe. Natürlich hat es das Zuhause Aufnehmen und Komponieren schon länger gegeben. Jedoch haben die technischen Entwicklungen der letzten Jahre diese Art des subkulturellen Wirkens schier unglaublich dynamisiert. Aufnehmen zu können, ohne ein Tonstudio besuchen zu müssen, Files via Internet austauschen, eine eigene Netzseite anlegen, um von dort aus Veröffentlichungen in Kleinstauflagen verkaufen zu können und schließlich die Tatsache, dass es durch das Internet leichter geworden ist, Kontakte zu Gleichgesinnten zu generieren, schneller eigene Netzwerke zu bilden – all dies zusammen schlägt sich massiv auf die musikalischen Subkulturen nieder. Etablierte Labels verlieren immer mehr an Einfluss, neue gründen sich. Wahrscheinlich hat es nie zuvor in der Geschichte der Popkultur ein derartiges Nebeneinander (aber auch Miteinander) tausender Klein- und Kleinstlabels gegeben. Diesen Beitrag weiterlesen »

MATT ELLIOTT – Interview

21. Dezember 2011

Gespräche mit Matt Elliott sind immer fruchtbar. Zum einen reflektiert er wie kaum ein anderer Künstler sein Wirken. Mit “The Broken Man“ steht im nächsten Jahr sein neues Album in den Regalen, das wie keines seiner Vorgänger vom freigelegten inneren Glutkern Elliotts zeugt. Der Engländer versteckt sich dabei nicht hinter der Schutzmauer des Immergleichen. “The Broken Man“ sperrt dem Hörer den Mund staunend auf. Elliott beweist einmal mehr, welch Händchen er für Melodien hat. Instrumentierung und Lyrics sind auf eine Art symbiotisch verwoben, so dass man konzedieren muss, dass so viel zu lange nichts mehr geklungen hat. Dies zum einen. Zum anderen findet sich im THE THIRD EYE FOUNDATION-Mastermind ein Gesprächspartner, der Gedanken formuliert, die weiter gehen, als die üblichen Ansagen in den Binnenraum einer Subkultur. Diesen Beitrag weiterlesen »

BLACK COMPENDIUM 2011

21. Dezember 2011

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Neben massig Rezis auch Interviews mit ANTLERS MULM, CADAVEROUS CONDITION,  STEVE VON TILL, CHELSEA WOLFE, GRAYCEON, KINIT HER, SOFT KILL, WINDY & CARL, LOCRIAN, KODIAK, DAVID V. D`ANDREA, SUN DEVOURED EARTH, WRECK AND REFERENCE  und vielen mehr ……

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GILES COREY – Interview

10. Dezember 2011

Selten gestattet ein Schaffender dererlei Einsicht in sein Wirken und umhüllt diese gleichzeitig so gekonnt, wie Dan Barrett. Sein Soloprojekt GILES COREY überwältigt in jeder Hinsicht. Auf der inhaltlichen Ebene finden sich mit den Themen Suizid und Depression die beiden Hauptstränge des Albums. An diese knüpfen sich Nebenstränge, beschweren das ohnehin Niederdrückende, das sich irgendwo dort befindet, wo die Enden der Hauptstränge ins tiefste Schwarz verschwinden. Musikalisch liefert Barrett ein kaum beschreibbares Unikum ab, das sich von fast jeder Stilrichtung zu bedienen und nähren weiß – und doch dominiert das Folkige. Ob es nun der Soundtrack einer Rückkehr oder der des Ganges vor das finale Gericht ist, wird in diversen Publikationen heiß diskutiert. >Hermetiker< raunen die Einen, >Überwältiger< zischeln die Anderen. Ist Barrett am Ende ein Überschreiter, ein >Wiederbringer<? Auf jeden Fall berührt er, versetzt jene, die seine Arbeiten rezipieren, in Aufruhr. Die für dieses Interview verantwortlichen Redakteure hat indes am stärksten bewegt, dass dies Barrett`sche Album ein klare Beleg dafür ist, dass es immer noch Ungehörtes und Neues zu entdecken gibt. Vielerlei Fragen stellen sich und daher soll jener, an den sich die Songs “heranschleichen“, es nun am besten selbst erklären. Auftritt Dan Barrett! Diesen Beitrag weiterlesen »

SOFT KILL – Interview

5. Dezember 2011

Große Veränderungen stehen bei SOFT KILL ins Haus. Nach der Trennung Tobias Graves von seiner Partnerin und SOFT KILL-Hälfte Shiloe wird er das Projekt wohl allein fortführen. Zudem raunt es aus der Subkultur, dass BLESSURE GRAVE demnächst wahrscheinlich eine Wiederauferstehung erleben werden. Vieles steht im Raum, wenig ist gewiss. Da scheint es sinnvoller, sich an den Tatsachen zu orientieren. Tatsache ist, dass SOFT KILL mit “An Open Door“ dieses Jahr ein Album veröffentlicht haben, das allerorts Wertschätzung genoss. >>Post Punk<< flaggt über diesem Tonträger – Eindringlichkeit, Schroffheit und Explosivität sind die Begriffe, die die Platte am besten beschreiben. Spricht man mit Tobias Grave erhält man immer den Eindruck, ein Gegenüber zu haben, welches sich auf der Suche befindet, rastlos ist. Dabei ist sich der SOFT KILL-Mastermind selbst nicht sicher, ob seiner Suche je ein Ankommen beschieden sein wird. Eins jedoch bleibt gewiss. So lange der Amerikaner eben auf dieser Suche ist, wird dem Hörer ein Zugang zur Welt außergewöhnlicher Soundschöpfung geboten, welche ihrerseits durch Graves beeindruckendes Verständnis für Melodien gekennzeichnet ist. Aber das soll er am besten selbst darstellen… Diesen Beitrag weiterlesen »

DENOVALI RECORDS – Interview

27. November 2011

Seit 2005 schickt Denovali Records seine Veröffentlichungen in die Welt und bringt so den Alltag ihrer Hörer zum Schwingen. Mittlerweile hat sich das Label dergestalt entwickelt,  das es in puncto musikalische Bandbreite, Artwork und Liebe zum Detail Maßstäbe setzt. Konsequent ignoriert es dabei die Begrenzungen, die seitens der Genrefetischisten an alle Labels herangetragen werden. Allein die sonore Qualität der auf dem Label veröffentlichten Bands und Künstler dient als Leitfaden. Diesen Beitrag weiterlesen »

OMEGA MASSIF – Interview

22. November 2011

Wenn von “DER“ Subkultur gesprochen wird, ist etwas Gesprächsgegenstand, was es so natürlich nicht gibt. Subkulturen differenzieren sich gegenwärtig in einem Maße aus, dass man genau in dieser Aufsplittung – Spötter sprechen von Zersplitterung – so etwas wie eine Tendenz entnehmen kann. Eine Tendenz vom Großen ins Kleine. Vom Allgemeinen ins Genaue. Vom Universelleren zum Spezielleren. Einerseits. Andererseits ist dabei jedoch erstaunlich, dass auch die Berührungspunkte zwischen diesen Klein- und Kleinstkulturen wachsen. Diesen Beitrag weiterlesen »

WRECK AND REFERENCE – Interview

17. November 2011

All jene, die ins Nebelhorn des “Nach uns kommt nichts mehr!“ stoßen, sollten dies lieber nicht in der Nähe von WRECK AND REFERENCE tun. Der Electronic Doom der beiden Kalifornier würde die Nebelhornbläser samt ihrer Instrumente über den Pazifik pusten und sie am nächstbesten Riff zerschellen lassen, denn das was Ignat und Felix mit “Black Cassette“ hervorgerufen haben, ist nicht weniger als ein musikalischer Tornado. Kaum vorstellbar ist dabei, dass ihre doomlastigen Stücke ohne Gitarren auskommen, obwohl sie genau danach klingen. Diesen Beitrag weiterlesen »

DAVID V. D’ANDREA – Interview

7. November 2011

Ein Antwortender, der nicht vorgibt, dass er über letztgültige Antworten verfügt, ist ein Geschenk für Interviewer. Wenn die Antworten dann gleich präzisierenden Fragen in Bezug auf die Ausgangsfrage sind, setzt der magische Moment des gemeinsamen Tastens für die Interviewer und den Befragten ein. Dort, wo in die Verirrung des Einzelnen Erinnerungsbruchstücke anheimgegeben werden, entsteht etwas, was den Alltag mit einem zarten Zauber überzieht.  Der Künstler David V. D’Andrea ist ein Meister seines Fachs, das Magische findet in seinen Arbeiten Widerhall. Die erdigen Töne seiner Illustrationen bilden in ihren subtilen Farbverschiebungen einen eigenständigen ästhetischen Ansatz ab. D’Andrea scheut sich dabei nicht, die Wertigkeiten des Gedankens des Künstlers als Handwerker zu betonen. Seine Werke sind durchzogen von vielerlei Symboliken. Die mitschwingende Verrätselung lässt den Betrachter staunen. Der Amerikaner ist vor allem als Gestalter diverser Cover und Konzertplakate in der Subkultur unterwegs, besonders sein Wirken für OM hat ihm Anerkennung eingetragen. Seine schimmernden und von Nachdenklichkeit geprägten Sprachbilder illustrierten eindrucksvoll unsere Stichworte. Wie eingangs angedeutet, tragen seine präzisierenden Ausführungen nicht den Charakter der Letztgültigkeit, sondern schwenken den Scheinwerfer der Frage auf bisher nicht ausgeleuchtete Ecken. Ein Illustrator also, der auch mit Worten malen kann… Diesen Beitrag weiterlesen »

STEVE VON TILL (NEUROSIS, HARVESTMAN) – Interview

7. September 2011

Über kaum einen Künstler kann man wohl so bestimmt sagen, dass er identisch mit sich selbst ist. Als Frontmann von NEUROSIS hat Steve Von Till über all die Jahre wesentlich Subkulturen mitgeprägt. Von Till ist dabei mehr als nur ein Sänger, mehr als nur ein Gitarrist, mehr als nur ein Labelbetreiber. Sowohl er als auch NEUROSIS zeigen eine Unverrückbarkeit, die immer seltener zu werden scheint. Von Till und seine Mitstreiter haben sich wohl auch deshalb eine stabile und treue Hörerschaft erspielt. Und doch ist da nie Schwarm, nie Geschwader. Da ist kein Mitwippen im Wind der Moden. Das, was NEUROSIS umweht, ist vielmehr ein Wind der Klarheit. Klarheit darüber, was es heißt, im eigenen Dasein aufzuschlagen. Davon kündet auch immer ihre Art des Spieles, welches sich in den Momenten der aufrichtigen Einlassung als Toröffner entpuppt. Dieses Tor öffnet Räume der Verheißung. Diesen Beitrag weiterlesen »