4. März 2012
Folgt man dem alten Röckener, so entspringen Vielheit und Vielfalt aus “dem Widerstreit der Gegensätze“. Wenn Gegensätzliches aufeinander prallt, ist die Bündelung dieses Aufpralls eine Fertigkeit, die große Meisterschaft verrät. Dieser Meisterschaft verdächtig hat sich der Franzose Marc Euvrie mit seinem Projekt THE EYE OF TIME gemacht, wobei “die Verdächtigung“ einer Untertreibung gleichkommt, überführt sein aktuelles Album ihn doch als großen Meister. Das mit “The Eye Of Time“ betitelte - und eigentlich aus drei unterschiedlichen Veröffentlichungen bestehende – Werk entstand über einen Zeitraum von zehn Jahren. Dabei wurden Elemente des Ambient, des Drum N` Bass, des Post Rock und diverse Electronica aus ihren ursprünglichen Formen herausgebrochen, abgeschliffen, neu zusammengesetzt und anschließend verfugt. Ergebnis ist ein Mosaik des Prächtigen. Seine Pracht gewinnt sich auch durch den offenkundigen Ansatz seines Erschaffers, selten zu Vereinbarendes in eine eigene Form mit ganzheitlicher Wirkung zu bringen. Wenn eine Veröffentlichung die Resultate unterschiedlicher Zeiträume miteinander verbindet, dabei nie auf das Eklektische schielt und sich das Ergebnis derart organisch anhört, anfühlt und anschaut, dann ist wohl von einem großen Wurf zu sprechen. Zu eben jenem hat Marc Euvrie mit THE EYE OF TIME angesetzt. Wenn diese Fülle, Vielheit und Vielfalt in Einheit und Einklang nicht Grund genug für ein Gespräch sind, dann … Diesen Beitrag weiterlesen »