PALAIS IDEAL – The Future Has Been Cancelled

23. Mai 2017

Tanzbarer New/Dark Wave erreicht mich dieser Tage aus dem schönen Eindhoven in den Niederlanden. Die beiden Produzenten John Edwards und Richards Van Kruysdijk sind schon lange innerhalb der holländischen Subkultur umtriebig. Mit ihrem neuen Projekt PALAIS IDEAL huldigen sie der guten alten Post-Punk und Synth-Pop-Ära und machen Musik für nostalgische Ohren, die auf ewig THE CURE oder THE SISTERS OF MERCY verfallen sind. Ihr Stil zeichnet sich durch eine starke Verschmelzung aus Cold/Minimal-Wave-Elementen mit melancholisch-dunklen Vocals aus, klingt organisch und nicht konstruiert und ist somit auch für eine junge Hörerschaft interessant, die möglicherweise jetzt erst mit analogen Synthesizer-Sounds aufwächst oder durch Bands wie EDITORS oder INTERPOL sozialisiert wurde. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Die Subkultur und ihre Codes waren nie tot!“ – DIE SELEKTION im Interview

21. Mai 2017

Es gibt sie noch. Irgendwo da draußen in den vergessenen Kleinstädten und toten Dörfern schmieden sie ihre sinisteren Pläne – all die blutjungen Newcomer-Bands, die sich auch anno 2017 dem analogen Synth-Pop verschrieben haben und eine tiefe Verbeugung vor den ewigen 80er-Jahren hinlegen. Wer hätte gedacht, dass mit DIE SELEKTION eine der gegenwärtig interessantesten Szene-Bands aus Stuttgart kommt. Bereits ihr Debütalbum aus 2011 lässt frische Energie einer süchtig machenden, ziemlich coolen Band erkennen, die mit Macho-Koketterie spielt und mit Sänger/Tastenbediener Luca Gillian einen charismatischen Frontmann präsentiert, der mit stilsicherer Italo-Attitüde ganz selbstironisch seine Rolle beherrscht. Seit Bandgründung hat das Trio bereits einige ausverkaufte Auftritte in Europa und Russland gespielt und avanciert immer mehr zum heißen Insider-Tipp. Schnelle Beats und unterkühlte Synth-Flächen sind die Basis, doch ihr Markenzeichen ist der Einsatz der Trompete, der die düsterromantische Stimmung mit außerweltlichem Einsatz unterstreicht und eine ganz besondere Atmosphäre kreiert. Und tatsächlich muss man sich die Frage stellen. Warum hat das eigentlich niemand zuvor gemacht? Diesen Beitrag weiterlesen »

„Wir spielen überall, wo man uns hören will“ TURM & STRANG im Interview

25. April 2017

Ladies and Gentlemen – hier die große Premiere in 2017, denn gerade hat Österreichs erste Steampunk Band TURM & STRANG ihre erste Veröffentlichung namens “ Laudanum ins Ohr “ der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Musikalisch ist das ganze im Dubstep Rock Industrial Bereich mit deutschsprachigen Texten angesiedelt und die Combo aus Wien besteht aus einer dreiköpfigen Besetzung mit Leitwolf Lord Casey Reed Abagnale, sowie Dockworker Mr. Jep Rawley und Navigator Sir Morgan Archaius. TURM & STRANG wurden Ende 2015 gegründet und die ersten positiven Liveauftritte in der Wiener Steampunk Revue oder dem Schwarzen Reigen in 2016 wurden auch schon erfolgreich absolviert, das Debütalbum ist wie gesagt schon im Januar erschienen. Der Song „Victoria“ hat es dann auch sofort auf den Österreichischen Pop Sampler der AKM geschafft. Diesen Beitrag weiterlesen »

THE RORSCHACH GARDEN – Everything Must Burn

25. April 2017

Wir schreiben das Jahr 2017 und mit diesem die Veröffentlichung des inzwischen schon 8. CD-Album (Tapes, CD-Rs etc. nicht mitgezählt) von THE RORSCHACH GARDEN, dem Synth-Pop-Projekt von Philipp Münch (Ex-ARS MORIENDI, SYNAPSCAPE), welches inzwischen sogar schon auf eine Best Of verweisen kann. Allen Abnutzungserscheinungen zum Trotz hat es bisher THE RORSCHACH GARDEN immer wieder irgendwie geschafft, mich letztendlich zu packen und sei es nur der blubbernde Rhythmus, die catchy Melodien, der freundlich-naiv wirkende Gesang oder einfach nur mit seinem lieblichen frühe DEPECHE MODE-Retro-Charme. Die gute Stunde bzw. die insgesamt 15 neuen Songs von „Everything Must Burn“ reihen sich dabei nahtlos in die bisherige Diskografie ein, jedoch gibt es diesmal bei genauerer Betrachtung schon einige Veränderungen zu bemerken. Diesen Beitrag weiterlesen »

THE JESUS AND MARY CHAIN – Damage and Joy

17. April 2017

Nennen wir es wie es ist: „Damage And Joy“ ist das „Chinese Democray“ des Wave-Rock. Obwohl die beiden Streithähne und Geschwister-Revialen Jim und William Reid bereits seit 2007 wieder Konzerte spielen, hat es weitere zehn Jahre gedauert, bis ihr siebtes Studioalbum erscheinen sollte. 30 Jahre nach dem kultisch verehrten „Psychocandy“ wird wieder in typischer THE JESUS AND MARY CHAIN-Manier gesägt. Wer Gutes kann, der soll dabei bleiben – und gewinnt! Das kann man so sehen. Doch mit ihrem ersten Studioalbum seit 20 Jahren muss auch Kritik angebracht sein: Denn THE JESUS AND MARY CHAIN machen genau dort weiter, wo sie aufgehört haben. Weiterentwicklung oder stilistische Experimente findet man auf der ziemlich aus der Zeit gefallenen Indie-Rock-Platte nicht. 14 Stücke, die eher dazu manifestiert sind, wieder die Sonnenbrille aus der Lederjacke zu holen und diese selbst bei Sturm und Regen zu tragen. Denn JESUS AND MARY CHAIN waren schon immer diese Band, die Coolness nicht nur propagiert, sondern tatsächlich gelebt hat. Legendär ihre Riot-Konzerte in den späten 1980er-Jahren, in denen sie sie dem Publikum den Rücken zugewandt performten oder dieses sogar mit Flaschen beworfen haben. Das waren noch Zeiten, als man dem Künstler auf der Bühne noch nicht bedingungslos verfallen war, sondern als Fan die Musik der Idole als Dienstleistung an ein zu befriedigendes Szenepublikum verstanden hat. Diesen Beitrag weiterlesen »

GENDER TROUBLE – Chokehair

11. Februar 2017

gender trouble chokehairDer Blick in die Finsternis gerichtet. Die Substanz in den Händen. Runter gespült mit einem Drink Vergessen machen. Die Glieder zucken, die Lichter gehen aus. Der Beat setzt ein. Es ist dein Moment. Du vergisst alles um dich herum. Die Existenz. Deine gottverdammten Probleme. Den letzten Tag und diese Nacht. All der Stress mit der Freundin und der Familie. Es reicht. Du willst tanzen und du willst es „abgefuckt“. Was zählt ist das Jetzt und der Moment des Erlebens. Deine Begleiter schließen die Augen und geben sich hin. Jetzt willst du nur noch „fühlen“. Diesen Beitrag weiterlesen »

TANZ OHNE MUSIK – INFINITY

22. Januar 2017

TANZ OHNE MUSIK – INFINITYDas exquisite Label für Bild- und Tonkunst Galakthorrö aus Braunschweig hat sich auf größtenteils extreme Musik, deren Wurzeln in der Industrial-Musik der 1970er- und Früh-80er Jahre zu finden sind, spezialisiert. Das seit 1993 existierende Tonträgerunternehmen hat unter Kennern also bereits eine Art Kultstatus inne. Umso interessanter ist es, wenn neue Künstler den Wieg in die illustre Riege finden. Mit dem rumänischen Duo TANZ OHNE MUSIK haben sich die richtigen Partner gefunden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Mit Wandergitarre und misanthropischen Pop im Namen des Herrn gegen das Böse in der Welt – ein Interview mit der ST. MICHAEL FRONT

18. Dezember 2016

hauptbildst.michael-frontDie Debüt-EP „In The Wake OF A New Dream“ der ST. MICHAEL FRONT aus Hamburg traf mich völlig unerwartet mitten ins Herz, denn die insgesamt vier darauf enthaltenen Songs waren bzw. sind doppelbödige Manifeste des guten wie abgründigen Geschmacks! Eingängige Pop-Momente treffen hier auf Neo Folk und Plastik-Bombast, sowie eine hymnische Prediger-Stimme, welche mit ihrem salbungsvollen Schmalz nur betören kann. Ein Interview mit dem hanseatischen Duo war mir daher eine „Herzensangelegenheit“, doch lest selbst: Diesen Beitrag weiterlesen »

GITANE DEMONE QUARTET – Past The Sun

18. Dezember 2016

gdq-600Gitane Demone gilt ja als die Grand Dame des Gothic Death Rock und hat mit CHRISTAN DEATH so einige Ruhmesblätter dieses Genres gefüllt. Nach ihrer privaten wie musikalischen Trennung von Valor bzw. CHRISTIAN DEATH strandete sie ja mit eher mäßigen Erfolg in Europa und landete letztendlich buchstäblich fast in der Gosse. In den letzten Jahren hat sich jedoch die von dieser schweren Zeit deutlich gezeichnete Lady wieder aufgerappelt und jetzt mit ihrer neuen Band ein Hammer-Comeback gestartet. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Ich liebe es, mächtigen Typen in schwarzen Black Metal-Shirts dabei zuzusehen, wie sie zu Synthwave abtanzen!“ – CARPENTER BRUT im Interview

20. November 2016

0005990507_10Sie sind laut, sie sind schrill, sie sind catchy und sie sind wahnsinnig. Der Franzose Franck Hueso ist das, was man gegenwärtig einen viralen Hype nennt. Mit seinem dramatisch-tanzbaren Synthwave-Techno, Marke 80er-Jahre, hat er sich in den letzten drei Jahren eine enorme Fangemeinde erspielen können. Unermüdliches Touren, konstante Qualität und eine geheimnisvolle Identität, die es zu schützen gilt, machen CARPENTER BRUT zu einem der interessantesten Projekte der Synthwave-Szene. Vor kurzem wurden die drei bisher veröffentlichten EP´s zu einer CD-Compilation namens „Trilogy“ zusammengefasst. Der französische Neon Demon, der bei Konzerten mit Drummer und Gitarrist performt, und stilistisch das Beste der letzten beiden JOHN CARPENTER-Alben herauskitzelt ist vor allem live eine ekstatische Erfahrung. Goblin-Prog, Italo Disco und 80s-Feeling wurden schon lange nicht mehr so intensiv zusammengefasst. Es wurde daher dringend Zeit, bei dem ominösen Produzenten, dessen Herz für den Metal schlägt, anzuklopfen und zum Gespräch zu bitten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Noch immer Schemen im Schatten – Interview mit ESBEN AND THE WITCH

28. Oktober 2016

esben and the witch coverErinnert ihr euch noch an das viel gelobte Musikjahr 2011? Ätherischer Dunkelpop war neben Witch House im „schwarzen Mainstream“ Sound der Stunde – und ESBEN AND THE WITCH neben THE XX einer der Gewinner des „Nightmare“-Pop-Hypes; hochgefeiert in popkulturellen Hochglanz-Magazinen und vom Dark-Wave sozialisierten, nostalgischen Ex-Grufti-Redakteuren im Feuilleton gepusht. 2008 im britischen Küstenstädtchen Brighton als Trio gegründet, gab es nach einer vielbeachteten EP pünktlich zu Halloween 2011 das viel gefeierte Debüt „Violet Cries“, welches unheimliche Synthesizer-Klänge mit doomigen Gitarren und Gesängen aus einer anderen Dimension verband. Ein wunderbar ästhetisches Werk, welches in der Nachbetrachtung allerdings nicht immer vollends überzeugen könnte. Gleiches gilt auch für den 2013-Nachfolger „Wash Your Sins, Not Only The Face“. Die Stücke verloren sich in ihrer abstrakten Konzeption, wollten manchmal zu viel gleichzeitig als auf den Punkt zu kommen. Am Ende des Tunnels blieb es oft dunkel. ESBEN AND THE WITCH machen es ihren Hörern schließlich nicht immer leicht ihnen folgen zu können. Glaubt man, die ein oder andere Melodie noch ein Weilchen hören zu dürfen, verpufft diese als schemenhafte Miniatur im geheimnisvollen Licht. Dennoch konnte das britische Trio binnen kurzer Zeit eine beachtliche Fanschar um sich versammeln, die das Bedürfnis haben, in die mysteriöse Musik dieser Formation vollends einzutauchen. Nun steht „A New Nature“, das dritte Studioalbum, in den Startlöchern – diesmal wählen die drei bibliophilen Musiker aber den direkten Weg. Die Effektpedale bleiben im Keller. Die Band reduziert sich auf eine spartanische Instrumentierung, zu hören sind hauptsächlich Skelette aus Gitarren, Bass und Drumcomputer– über allem schwebt stets die mysteriöse Stimme von Sängerin Rachel. Im Interview mit BLACK verrät Gitarrist und Komponist Thomas, warum ESBEN AND THE WITCH eine Art Neuanfang wagen. Diesen Beitrag weiterlesen »

LUSTMORD – Dark Matter

21. Oktober 2016

lustmord-dark-matterBrian Williams bzw. LUSTMORD ist ja so was wie der Großvater des Dark Ambient, jenem Genre, welches uns seit Mitte der 90er Jahre eine nicht endende Flut von ähnlich gelagerten Projekten und Veröffentlichungen beschert. Allerdings gibt es darunter leider nur wenige Ausnahmen (zum Beispiel INADE), die in qualitativ gleichwertig-atmosphärische Sphären wie LUSTMORD vordringen. Dabei kann man LUSTMORD selbst nicht den Vorwurf machen, zu stagnieren bzw. Experimente zu scheuen. Diesen Beitrag weiterlesen »

HYPNOPAZUZU – Create Christ, Sailor Boy

8. Oktober 2016

HYPNOPAZUZU – Create Christ, Sailor BoyImmer wieder im Verlauf seiner Karriere hat David Tibet die Kollaboration mit anderen Künstlern gesucht, um mit ihnen neben seiner eigentlichen Band CURRENT 93 neue Gefäße für seine musikalischen und lyrischen Visionen zu schaffen. Erinnert sei hier nur an die Zusammenarbeit mit Steven Stapleton, Tony Wakeford, Thomas Ligotti oder die gemeinsam mit James Blackshaw gegründete Formation MYRNINEREST. Das jüngste Projekt in diesem Zusammenhang trägt den kryptischen Namen HYPNOPAZUZU, einem aus den Begriffen Hypnagogie, Hypnos, und Pazuzu (der Name eines babylonischen Dämons) zusammengeschmolzenen Kunstwort. Tibets Partner ist der Produzent und Killing-Joke-Bassist Martin Glover, vielen wohl besser bekannt unter seinem Pseudonym Youth, der dereinst schon an Nature Unveiled beteiligt war, dem Debüt von CURRENT 93. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Es war immer mein Wunsch, ein Festival mit einem solchen Programm zu schaffen, das man nicht auf anderen Festivals finden kann.“ – XIII WROCLAW INDUSTRIAL FESTIVAL 03 – 06.11.2016: Interview mit Veranstalter Maciek Frett

25. September 2016

325_DSC_3754Seit 15 Jahren begeistert das WROCLAW INDUSTRIAL FESTIVAL im Südwesten von Polen nahe der deutschen Grenze eine eingefleischte Fanbase mit einem exquisiten Programm quer durch alle Stilrichtungen der internationalen Industrial-Szene. Neben namnhaften Künstlern wie MERZBOW, PRURIENT, SOL INVICTUS, LUSTMORD, TROUM oder ROME, die in der Vergangenheit zu bestaunen waren, sind es vor allem die polnischen Künstler, die gleichermaßen neben den Größen der Szene im Fokus stehen. Neben kontemporärer Kunst und einmaligen Performance-Events ist das mittlerweile viertägige Festival auch daran interessiert, einen Lokalbezug zur Stadt herzustellen und typgerechte Gebäude als Spielorte zu integrieren. Somit ist das WIF als ein familiäres und liebevoll zusammengestelltes Festival zu betrachten, welches wir an dieser Stelle wärmstens empfehlen. Ein Besuch in unserem interessanten Nachbarland lohnt nahezu immer. BLACK hat mit Veranstalter Maciek Frett über das diesjährige 15. Jubiläum gesprochen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Nach dem Flüstern folgt der Schrei INCUBATE-Festival 14.09 – 20.09. Tilburg, Niederlande

12. September 2016

d199c23c37d83b5ef4ab5a11d905d26dDie Stadt Tilburg in der Provinz Nordbrabant ist unter Doom-, Occult- und Retro-Rock-Fans längst zum jährlichen Mekka jener geworden, die vergessene Juwele der Metalszene neu entdecken, frenetisch lang ersehnten Reunions entgegenfiebern oder exquisite Geheimtipps kennenlernen möchten. Doch ein zweites Nieschenfestival, welches sich aus der Creme de La Creme aller möglichen Spielarten kunstvoller Musikgenres schmückt, erobert unter Kennern die Speerspitze als eines der speziellsten Festivals mit unverwechselbarem Charakter: Das jährlich im September stattfindende Incubate-Festival. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Ich denke, man kann „Moloch“ problemlos zur magischen Arbeit, zum Einschlafen oder beim Sex hören.“ – Interview mit VORTEX á Dr. Marcus Stiglegger

11. August 2016

Vortex LogoDr. Marcus Stiglegger ist Filmwissenschaftler, Film-Dozent und Publizist. Im alltäglichen Lebensstil ist er seit Jahren aktives Mitglied der Schwarzen Szene. Mit der Studie „Sadiconazista – Faschismus und Sexualität“ gab er seine Promotion. Seine anschließende Habilitation erlangte Stiglegger mit der Arbeit „Ritual und Verführung“, wo er die Seduktionstheorie des Films begründete. Seitdem veröffentlichte der in Mainz lebende Kulturwissenschaftlicher  weitere Bücher zum Genrekino oder fungiert als Herausgeber filmtheoretischer Sachbücher. Außerdem gilt Stiglegger hierzulande als gefragter Experte für das Horror-Genre. Außerdem als kleiner Szenefakt: Der Mittvierziger ist Initiator des unvergessenen Szene-Portals samt Kleinverlag :IKONEN – Magazin für Kunst, Kultur und Lebensart. Die Beschäftigung mit okkulten, schamanistischen oder sexualästhetischen Thematiken prägen seine Persönlichkeit. 2008 gründete er das Dark Ambient-Projekt VORTEX, mit dem er düstere Soundscapes und Filmmusik komponiert und auch Tribal-Einflüsse beinhaltet. Ende Juni erschien mit „Moloch“ das bereits vierte Album. Höchste Zeit für BLACK das Gespräch mit einer, der gegenwärtig interessantesten Persönlichkeiten der deutschen Untergrund-Szene zu suchen. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Der Synthesizer ist Schuld daran, dass es bei mir Elektronische Musik geworden ist.“ Interview mit Mario Schönwälder „

11. August 2016

MarioManikin Records, ein kleines aber feines Berliner Plattenlabel feiert sein 25 jähriges Bestehen und das will was heißen im Haifischbecken der heutigen Musikszene. Begründer und Inhaber ist der Musiker und Produzent Mario Schönwälder der musikalisch selber in die Schublade der sogenannten “ Berliner Schule“ einzusortieren ist, was aber auch kein Wunder ist, da Mario dereinst vom Berliner Elektrohead Bernd Kistenmacher inspiriert wurde. Im Programm von Manikin Records finden so begnadete Elektronik Musiker wie Klaus Schulze, Ashra, Spyra, , Rolf Trostel und ehe den Insidern bekannte Künstler wie Detlef Keller, Bas Broekhuis, Thomas Fanger, Michael Kersten usw. Das famose Label hat sich immer wieder durch außergewöhnlichen Platten und CD Aufmachungen hervor getan, wie z.b. CDs in kleinen runden Blechdosen oder ein 10 CD Set in einer Holzkiste, doch lassen wir nun den Mastermind und sympathischen Jubilar – Mario Schönwälder – selber zu Wort kommen. Diesen Beitrag weiterlesen »

BLACKHOUSE – Live in Leipzig

19. Juli 2016

CS611112-01A-BIGBLACKHOUSE aus Amerika gelten neben den spanischen ESPLENDOR GEOMETRICO als die Urväter des rhythmischen Industrial und sind schon seit 1984 aktiv. Im Gegensatz zu den meisten ihrer atheistisch und radikal auftretenden europäischen Kollegen auf diesem Gebiet sind BLACKHOUSE allerdings thematisch auf den christlichen Glauben ausgelegt und nehmen somit eine Ausnahmestellung ein. Trotzdem oder gerade deshalb sind die ersten Alben „Pro-Life“, „Hope Like A Candle“, „Five Minutes After I Die“ und „Holy War“ von BLACKHOUSE ewige Klassiker dieses Genres geworden und haben viele andere Musiker bzw. Projekte zumindest musikalisch beeinflusst. Leider konnten die meisten späteren Veröffentlichungen von BLACKHOUSE diesen Standard nicht mehr halten und zum Ende der 90er Jahre verschwand das Projekt langsam, aber sicher von der Bildfläche. 2010 gab es anlässlich des 25. Bestehen von BLACKHOUSE eine Tribute-Doppel-CD inklusive Wiederveröffentlichung von „Hope Like A Candle“ bei M-Tronic, welche dann irgendwie doch neues Material der Rhythmic Industrial-Legende nach sich zog und inzwischen ist das Projekt regelrecht zu neuem Leben erweckt. Am 25.05.2015 war dann die Sensation perfekt und BLACKHOUSE traten erstmals in ihrer Geschichte Live auf und zwar auf dem WGT in der Kuppelhalle des Volkspalastes in Leipzig. Diesen Beitrag weiterlesen »

SWANS – The Glowing Man

29. Juni 2016

chipboard_grandeSeit ihrer Reunion 2010 haben die SWANS drei Alben, zwei Live-CDs und eine Supporter-CD veröffentlicht und nach rund sechs Jahren neigt sich scheinbar diese ungemein produktive Ära ihrem Ende entgegen. Das neue Werk „The Glowing Man“ soll nämlich das letzte in der aktuellen Besetzung sein und ist wie schon „The Seer“ und „To Be Kind“ ein 2-Stunden-Opus geworden. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Ich habe meine Geduld und den Kern von gutem Songwriting schulen müssen“ – Interview mit DRANGSAL

14. Mai 2016

drangsalDank DRANGSAL ist eingängiger Wave-Pop wieder in aller Munde. „Don´t believe the Hype!“ werden Skeptiker skandieren, sollten dem Debütalbum des 22-jährigen Wahl-Berliners und Exil-Pfälzers Max Gruber aber zumindest einen respektvollen Hördurchgang widmen. Mit seinen stets tanzbaren und eingängigen Stücken bringt Gruber den ewigen Spirit der 80er um Bands wie THE CURE, SUICIDE oder SHE WANTS REVENGE zurück in den Mainstream. Was die geschniegelten Briten von HURTS können, kann DRANGSAL allemal. Formidabel verknüpft er Düster-Ästhetik mit süchtigmachendem Syntheser- & Frequenzer-Breitwand-Pop, macht sich zugleich viele Gedanken um Bühnen-Optik und Imagebildung. Optisch einer jungen Kopie von FALCO gleichend, ist dieser interessante junge Mann nicht auf den Mund gefallen, vertritt seine Meinung, kennt die Subkultur-Historie und pflegt ein reizendes Faible für abseitige Interessen. Gute Musik schreiben und gleichzeitig sympathisch sein – die Stunde des Max Gruber schlägt definitiv hier und jetzt! Wer Ohrwürmer liebt, die bleiben und auf der Suche nach zeitloser Popmusik ist, trotzdem gerne elegante Schwarznuancen als Alltagsdress kombiniert, wird diesen Wunderknaben schon bald für sich entdecken. BLACK hat den blutjungen Musiker interviewt. Diesen Beitrag weiterlesen »

13 Satanische Fragen. Ein Interview mit Peter H. Gilmore, Hohepriester der Church of Satan

14. Mai 2016

BHchamberSeit 2001 steht der klassisch ausgebildete Musiker und Komponist Peter H. Gilmore der Church of Satan als Hohepriester vor. Er war über viele Jahre ein enger Vertrauter von Anton LaVey, dem Gründer der Church of Satan und folgte auf Blanche Barton, der letzten Lebensgefährtin und Biographin LaVeys, die nach dessen Tod im Jahr 1997 zunächst die Geschicke der Church geleitet hatte. Es ist sicher auch dem umsichtigen Führungsstil von Peter H. Gilmore zu verdanken, dass die Church of Satan auch fast 20 Jahre nach dem Tod Anton LaVeys weiterbesteht und nicht an inneren Kämpfen zerbrochen ist, wie es so vielen anderen ähnlichen Organisationen ergangen ist. Anlässlich des 50. Jahrestags der Gründung der Church of Satan am 30.04.2016 sprachen wir mit Peter H. Gilmore über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Church of Satan. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Mein Lebenswerk umfasst ungefähr 2000 Alben, das dürfte Rekord sein“ – Mathias Grassow im Interview

1. Mai 2016

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Mit diesem Interview ist für mich nun wirklich ein Traum in Erfüllung gegangen! Mathias Grassow, von dem ich selber unzählige Alben besitze, war schon immer einer meiner Wunschpartner für ein Interview. Wer Mathias nicht kennt, der internationale Ambientkünstler aus Wiesbaden ist schon seit den 80er Jahren musikalisch aktiv und hatte sich dereinst auf das Erforschen von Bordun und Obertonmusik spezialisiert, hier erforschte er die Effekte auf die menschliche Psyche. Seine Musikkunst ist teils beeinflusst von fernöstlicher Philosophie, sowie von keltischen und schamanischen, nordeuropäischen Klängen. Außerdem gab es unzählige Kooperationen z.B. mit Klaus Wiese, Alio Die Bruno Sanfilippo, Thomas Weiss usw. – hier nun die aussagekräftigen Antworten auf meine Fragen. Diesen Beitrag weiterlesen »